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Hungrige Besatzer

Hilfslieferungen für US-Soldaten

08.05.2006  






Berichte, daß Familienangehörige von US-Soldaten für diese Splitterschutzwesten kauften und sie ihnen in den Irak schickten, weil das US-Militär ihnen keine geben konnte, gab es schon im Jahr 2004. Ein Bericht des Scripps Howard News Service vom vergangenen Dienstag zeigt aber, daß die Nachschubprobleme im Irak offenbar weitaus grundlegender sind.

In einer Bank in Warwick im US-Bundesstaat Rhode Island steht ein großes Faß für Lebensmittelspenden. Diese werden aber nicht an Obdachlose in der Stadt oder anderswo verteilt, sondern vielmehr an US-Soldaten im Irak geschickt. Aufgestellt wurde das Faß von Karen Boucher-Andoscia, da ihr Sohn Nick Andoscia, der derzeit im Irak im Einsatz ist, sie telephonisch und in einem Brief um die Zusendung von Lebensmitteln gebeten hatte. "Schick viel Thunfisch", schrieb er seiner Mutter zufolge. Allein in dieser Woche schickte sie rund 25 Kilogramm Lebensmittel in den Irak.

Schon wenige Wochen nach ihrer Ankunft im Irak hatten er und seine Kameraden jeweils etwa fünf Kilogramm abgenommen. Während sie 22 Stunden lang auf Patrouille seien - ein deutliches Anzeichen, daß nicht nur die Versorgung mit Nachschub, sondern auch mit Soldaten stockt - erhielten sie andererseits nur zwei Mahlzeiten.

"Er erzählte mir, daß zwei Mahlzeiten nicht ausreichten. Er sagte das irakische Essen sei normalerweise besser. Sie gingen zu den Irakern und sagten im Endeffekt 'Gib mir Essen'", so Boucher-Andoscia.

Besatzer betteln also bei den unter der Besatzung leidenden Menschen um Lebensmittel - oder fordern diese, Andoscias Vorgehensweise bei seiner Suche nach Nahrung geht aus dem Bericht nicht hervor. Dieser Bericht läßt auch eine Meldung vom Juni des letzten Jahres, der zufolge US-Soldaten mit "vergifteten Wassermelonen" vergiftet worden sind, in einem anderen Licht erscheinen. Während es damals seitens des US-Militärs hieß, ein Iraker habe vergiftete Wassermelonen an US-Kontrollpunkten verteilt, ist der Verdacht, daß in Wahrheit Iraker nicht länger ihre Besatzer ernähren wollten, sicherlich naheliegend.

Die Tatsache, daß das US-Militär offenbar nicht einmal in der Lage ist, seine Soldaten im Irak mit ausreichend Lebensmitteln zu versorgen, läßt erahnen, wie schwierig die Nachschubversorgung infolge beständiger Angriffe des Widerstands auf Konvois mittlerweile geworden ist.



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