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"Schluß damit!"

Rede eines US-Bürgermeisters

09.05.2006  






Während ein wachsender Teil der US-Bevölkerung seine Ablehnung der imperialen Kriegspolitik der US-Regierung unter Präsident George W. Bush zum Ausdruck bringt, sind es nur sehr wenige Politiker, die es ihnen gleichtun. Einer von ihnen ist zweifellos der Bürgermeister der Stadt Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah.

Am 29. April hielt der parteilose Ross C. "Rocky" Anderson bei einer Antikriegsdemonstration eine Rede, die dies nicht deutlicher hätte belegen können:

"Wir sind heute hier zusammengekommen, um zu sagen: "Schluß damit!"

Schluß mit dem Töten.

Schluß mit den Ausgaben von fast 6 Milliarden US-Dollar pro Monat für diesen tragischen Krieg.

Schluß mit der Verweigerung von medizinischer Versorgung für über 42 Millionen Amerikaner, wenn wir mehr für diesen abscheulichen Krieg bezahlen, als universelle medizinische Versorgung in den ganzen USA kosten würde.

Schluß mit der Anhängigkeit von ausländischem Öl, während wir unabhängig werden könnten, wenn wir die im Irak verschwendeten Ressourcen auf saubere erneuerbare Energiequellen konzentrieren würden.

Schluß mit den Angriffen auf Einwanderer, die so hart arbeiten, um sich bessere Leben aufzubauen.

Schluß mit der Tatenlosigkeit des Kongresses zu der Festsetzung unserer heuchlerischen und widersprüchlichen Einwanderungsgesetze und -politik.

Schluß mit der Selbstgefälligkeit unserer Nachrichtenmedien, die größtenteils kaum mehr als ein schwarzes Brett für verlogene Regierungspropaganda sind.

Schluß mit der Vergewaltigung und Plünderung unseres Volkes durch die abscheulichen Profiteure in der Ölindustrie, durch die Krankenversicherungsindustrie und durch die Milliardärs-Kumpel von Bush und Cheney wie die Betrüger bei Enron und Halliburton.

Schluß mit dem Krieg im Irak.

Schluß mit dem Vertrauen auf Annahmen statt der Wissenschaft der globalen Erwärmung.

Schluß mit den historischen Defiziten, die für immer belegen, daß unser Präsident und unser Kongreß absolute Heuchler und Lügner sind, wenn sie sich selbst als finanzwirtschaftliche Konservative bezeichnen.

Schluß mit der Folter von Menschen.

Schluß mit dem Gefangenhalten von Menschen in Lagern ohne Anklage - ohne Anwälte - ohne jede Ähnlichkeit mit Rechtstaatlichkeit.

Schluß mit der Entsendung von Menschen zur Inhaftierung und Befragung in Länder, wo das Auftreten von Folter und Brutalität zu erwarten ist.

Schluß mit der arroganten, fehlerhaften, inkompetenten Führung unseres Militärs.

Was bedeutet Schluß mit Donald Rumsfeld.

Schluß mit der Manipulation unserer Medien.

Schluß mit der Vorgabe von Führung im Weißen Haus durch Arroganz und Inkompetenz.

Was bedeutet Schluß mit Bush und Cheney!

Und Schluß mit der Vorgabe mit Führung im Kongreß der Vereinigten Staaten durch Arroganz, Inkompetenz und Furchtsamkeit.

Schluß mit dem illegalen Abhören ohne richterliche Anordnung.

Schluß mit der Gleichgültigkeit des amerikanischen Volkes.

Schluß mit Mitgliedern des Kongresses, die dafür stimmten, daß 12 Millionen Menschen, die unsere Nation ermuntert hat, hierher zu kommen, zu Verbrechern gemacht wurden.

Schluß mit den katastrophalen Kürzungen der Hilfen für die Bedürftigsten in unseren Städten.

Schluß mit der Zerstörung von städtischen Gesundheitszentren amerikanischer Indianer.

Schluß mit den Kürzungen im sozialen Wohnungsbauprogramm.

Schluß mit den Kürzungen der staatlichen Förderung für die Verbrechensprävention in unseren Städten.

Schluß mit den Lügen über eine Verbindung zwischen dem Irak und dem 11.9.

Was bedeutet, Schluß mit Dick Cheney.

Schluß mit der Verstümmelung der englischen Sprache.

Was natürlich bedeutet, Schluß mit George Bush.

Schluß mit der Tötung von tausenden unschuldiger Menschen.

Was bedeutet, Schluß mit der Bush-Regierung.

Und Schluß mit jenen im Kongreß, die tatenlos im Kongreß saßen, während das Abschlachten weitergeht.

Schluß mit dem Töten.

Schluß mit der Verstümmelung von Männern, Frauen und Kindern, irakischen und amerikanischen.

Schluß mit der Apathie des amerikanischen Volkes.

Wir haben uns heute hier versammelt, weil wir zutiefst besorgt sind. Wir haben uns heute versammelt, weil wir angesichts tragischer Unehrlichkeit, tragischer Verletzungen von internationalem Recht und Menschenrechten, abscheulicher Kriegstreiberei und ständig veränderter Ausreden für den Beginn des Krieges - eines Krieges, der zum unnötigen Tod von vermutlich über 100.000 Irakern und fast 2.400 Mitgliedern des amerikanischen Streitkräfte geführt hat - nicht schweigen können und nicht schweigen werden. Addiert man zu dieser Tragödie die schrecklichen Verletzungen zehntausender Menschen hinzu, dann wird das Gewissen unserer Nation für immer erschüttert und belastet sein.

Wir haben uns nicht versammelt, weil wir Demokraten oder Republikaner oder Gründe oder Unabhängige oder Mitglieder einer anderen Partei sind.

Wir sind es nicht einmal, weil wir von der Gleichgültigkeit, Unfähigkeit und Furchtsamkeit so vieler sogenannter "Führer" in beiden großen Parteien angeekelt sind.

Wir sind hier nicht versammelt, weil wir diese Nation spalten wollen. Tatsächlich wollen wir dieses großartige Land hinter den Prinzipien der Gerechtigkeit, des Mitgefühls und einem Ende für einen abscheulichen, unnötigen Krieg vereinen wollen.

Und wir sind nicht hier, weil wir "Idioten" sind.

Es gibt jene, die gesagt haben, "Stellt euch hinter den Präsidenten, richtig oder falsch." Sie sagen "Wir sind dazu verpflichtet, ihm zu folgen und ihn zu unterstützen." Wir sind heute hier versammelt, um zu betonen, daß es weitaus höhere Autoritäten gibt als George W. Bush, Dick Cheney und Donald Rumsfeld, denen wir als moralische Führung gehorchen müssen.

Jene, die sagen wir sollten blind den Führern unserer Regierung folgen rufen zu nicht weniger als schändlichem individuellen moralischem Verzicht auf.

Niemals wurde so viel Böses aufrechterhalten wie durch das Befolgen dieses Aufrufs. Eine Kultur des blinden Gehorsams ist eine Kultur der Unmoral.

Nazi-Deutschland war eine Gesellschaft, die aus Millionen Menschen bestand, die keine Fragen stellten und keine Einwände erhoben. Sie folgten. Sie folgten blind. Sie überließen es ihren Führern, die Entscheidungen zu treffen - selbst die Entscheidungen, was jeder einzelne zun sollte, einschließlich der unmenschlichsten Behandlung anderer Menschen.

Diese Kultur blinden Gehorsams war nicht eine, in der sich die meiste Menschen fragten "Was soll ich tun?" Die Antworten waren bereits von Führern gegeben worden, die auf die Weltherrschaft aus waren - Führer denen die Folterung, Tötung und Verstümmelung Millionen von Männern, Frauen und Kindern völlig gleichgültig war.

Die Menschen versammelten sich nicht, um zu sagen "Schluß damit." Vielmehr riefen sie "Heil Hitler", gaben so den politischen Führern gegenüber die moralischen Wahlmöglichkeiten, die sie als Individuen hätten haben können - und müssen - auf. Kurz gefaßt, gaben sie den wichtigsten Teil dessen auf, was jeden von uns menschlich macht.

Wir sind hier versammelt, um unsere moralische Unabhängigkeit zu erklären - unsere moralische Macht - unser moralisches Bestehen darauf, daß wir nicht Teil der Unehrlichkeit, der Brutalität und der Heuchelei hinter dem derzeitigen Angriffskrieg sein werden. Und wir werden zusammen zu einem Ende des Wahnsinns aufrufen - einem Ende der Obszönität - der als Irakkrieg bekannt ist.

In Zeiten wie diesen ist Schweigen Mittäterschaft. Schweigen ist eine Bestätigung des Status Quo. Wir werden nur eine Veränderung erleben, wenn Menschen ihre eigene moralische Autorität vertreten - und es nicht länger den eigennützigen, trägen, kriecherischen Dienern der unternehmerischen Vergewaltiger und Plünderer unseres Volkes, wie Dick Cheneys Kumpels bei dem einzige-Quelle-Verträge-im-Irak-Profiteur Halliburton; wie Exxon, der Plünderer fast jedes Menschen in unserer Nation und wie die Pharmakonzerne und Versicherungskonzerne, die dafür gesorgt haben, daß die Menschen in Amerika keine bezahlbare, umfassende Gesundheitsversorgung haben.

Ruanda war eine Kultur des blinden Gehorsams. Zehntausende Menschen folgten dem Aufruf, ihre Tutsi- und gemäßigten Hutu-Nachbarn abzuschlachten, die meisten von ihnen benutzten Macheten, um Männer, Frauen und Kinder zu Tode zu hacken. Dies waren keine Menschen, die ihre eigene moralische Autorität vertraten. Stattdessen verrieten sie ihre Rolle als moralische Akteure - was eine Person grundlegendst zu einem menschlichen Wesen macht - indem sie blind jenen folgten, die sagten „Geht und tötet die Tutsi-Kakerlaken.“ Infolgedessen wurden 800.000 Menschen abgeschlachtet, während unser Land, während die Vereinten Nationen, während die internationale Gemeinschaft, die so heuchlerisch selbstgefällig in ihrem Bestehen auf "Nie wieder" seit dem Holocaust war, den Völkermord in Ruanda wissentlich ignorierten.

Wir haben uns heute hier versammelt um zu sagen, Schluß damit, daß wir untätig zusehen.

Nicht länger kann ein Mensch, der sich eines freien Willens rühmt, mit gutem Gewissen zusehen.

Schluß damit, daß wir moralische Entscheidungsfindungen an sogenannte politische Autoritäten abtreten.

Laßt uns alle unserer moralischen Autorität gerecht werden, laßt uns alle unserer Menschlichkeit gerecht werden, laßt uns alle unserer Verantwortung gerecht werden - und auf jede uns zur Verfügung stehende Art darauf bestehen: Schluß mit den Verletzungen von Menschen- und Bürgerrechten, Schluß mit Haß und unmenschlicher Behandlung gegenüber hart arbeitenden Einwanderern und ihren Familien, Schluß mit dem Töten und Verstümmeln. Schluß mit dem Irakkrieg."



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