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Waffenschieber

USA ließen 200.000 Kalashnikovs verschwinden

12.05.2006  






In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht über internationalen Waffenschieberei berichtete amnesty international unter anderem auch von dem Verschwinden von 200.000 Sturmgewehren des Typs AK-47 "Kalashnikov", die im Auftrag der USA von Bosnien aus vorgeblich in den Irak geflogen werden sollten.

Zwischen dem 31. Juli 2004 und dem 31. Juni 2005 wurden demnach mehrere private Waffenhändler und Transportunternehmen vom US-Verteidigungsministerium damit beauftragt, die 200.000 Kalashnikovs und "mehrere 10 Millionen Schuß Munition" außer Landes - vorgeblich in den Irak - zu schaffen. Einige der beauftragten Unternehmen waren in der Vergangenheit in Waffenschmuggel verwickelt. Dem US-Verteidigungsministerium zufolge sollten die Waffen an die "irakischen Sicherheitskräfte" geliefert werden.

Tatsächlich gibt es keinerlei Belege dafür, daß die Waffen jemals im Irak angekommen, geschweige denn den "irakischen Sicherheitskräften" zur Verfügung gestellt worden sind. Europäische Beamte werden von dem Bericht mit der "Befürchtung" zitiert, daß "einige" der Waffen "abgeschöpft worden sein könnten".

Bei genauerer Betrachtung ist der ganze Vorgang höchst unglaubwürdig. Schon die Tatsache, daß hier vorgeblich aus Bosnien stammende AK-47 an den Irak geliefert werden sollten - bisher haben die USA darauf geachtet, daß die "irakischen Sicherheitskräfte" mit in den USA hergestellten Waffen ausgerüstet werden - erscheint wenig glaubwürdig. Noch bemerkenswerter ist zweifellos der Umfang dieser Waffenlieferung, würde sie doch fast ausreichen, um alle Soldaten der deutschen Bundeswehr mit einem solchen Sturmgewehr und ausreichend Munition zu versorgen. Außerdem stellen die Waffen allein - ohne die Munition ein Gesamtgewicht von rund 700 Tonnen dar. Die Tatsache, daß für den gesamten Transport statt offizieller Wege zumindest teilweise höchst zweifelhafte Unternehmen eingesetzt wurden, kann hier kaum als vertrauensbildend bezeichnet werden.

Beachtenswert ist in diesem Zusammenhang sicherlich die Tatsache, daß die USA im Dezember 2004 versuchten, große Mengen leichte und mittlere Waffen aus Bosnien nach Ruanda zu exportieren. Dieses Vorhaben scheiterte damals äußerst kurzfristig. Obwohl die Vereinten Nationen Ruanda damals beschuldigten, bewaffnete Gruppen in der Demokratischen Republik Kongo zu unterstützen, war anfänglich Mitte November 2004 seitens der SFOR der Export von einer großer Menge leichter Waffen aus Bosnien-Herzegowina in den Konga genehmigt worden. Nach der "Machtübergabe" am 2. Dezember stimmte auch die EU-Besatzungstruppe EUFOR dem Waffenhandel zu. Am 9. Dezember stimmte die damals schon nicht mehr zuständige SFOR dem Export von 47 Tonnen an Waffen und Munition nach Ruanda zu. Am gleichen Tag erklärte die "Regierung von Bosnien-Herzegowina", daß es keine weiteren Waffenexporte nach Ruanda geben werde.

Der Verdacht, daß zumindest ein Teil der vorgeblich für den Irak bestimmten Waffen tatsächlich nach Ruanda geliefert wurde, ist zweifellos mehr als naheliegend. Es ist allerdings auch allein angesichts der Menge der Waffen anzunehmen, daß weitere "US-Interessen", beispielsweise die irakischen Kurden oder auch die vom Irak aus gegen den Iran agierenden "Mujaheddin e-Khalq" oder oppositionelle Gruppen in Venezuela mit diesen Waffen beliefert wurden.



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