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Schaffung von Kriegsgründen

Angereichertes Uran im Iran?

12.05.2006  






Am Freitag berichtete AP, daß die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erneut Spuren von hochangereichertem Uran im Iran gefunden habe. Bei genauerer Betrachtung stellt sich allerdings die Frage, ob es sich hier um eine reine Propagandameldung handelte.

Schon die Quelle der Meldung ist wenig vertraueneinflößend. Demnach sagten "Diplomaten, die im Austausch für die Enthüllung geheimer Informationen anonym bleiben wollten", daß im Iran erneut entsprechende Uranspuren gefunden worden seien. Dies müsse allerdings noch durch weitere Labortests bestätigt werden. Der Grad der Anreicherung sei allerdings nahe des für Atomwaffen benötigten Grades oder sogar darüber hinaus.

Es könne bisher aber nicht ausgeschlossen werden, daß es sich erneut um Spuren von angereichertem Uran handele, die mit importierter Technik in das Land eingeführt worden seien, wie dies bereits in der Vergangenheit festgestellt worden war.

Die Proben stammten einem der ungenannten Diplomaten zufolge von Geräten aus einem Forschungszentrum in Lavizan-Shian. Bei diesem Zentrum solle es sich um eine Lagerstätte für Ausrüstungsgegenstände gehandelt haben, die in einem Atomwaffenprogramm verwendet werden können, gehandelt haben. Das US-Außenministerium sagte bereits im Jahr 2004, daß die Gebäude in Lavizan abgerissen und sogar die oberste Bodenschicht abgetragen worden sei, bevor Inspekteure der IAEA die Einrichtung untersuchen konnten. Den USA zufolge geschah dies, um die Forschung an Atomwaffen zu verbergen. Die IAEA bestätigte später, daß die Einrichtung abgerissen worden sei.

Am 28. April nun sagte der Leiter der IAEA, Mohammed al-Baradei, in einem Bericht gegenüber dem UN-Sicherheitsrat, daß bei der Untersuchung von Proben von aus Lavizan-Shian stammenden Geräten die fraglichen Spuren gefunden worden seien.

Diese Anschuldigungen erscheinen allerdings aus mehreren Gründen als reine Kriegspropaganda.

Sollte der Iran in Lavizan tatsächlich entsprechende Forschung betrieben und die gesamte Einrichtung vor einer Inspektion durch die IAEA abgerissen haben, um dies zu verbergen, so scheint es wenig wahrscheinlich, daß Ausrüstungsgegenstände der Einrichtung der IAEA bereitwillig zur Untersuchung vorgestellt wurden. Es wird mit keiner Silbe erwähnt, daß es der IAEA auf welche Art auch immer gelungen sei, diese "ausfindig" zu machen.

Auch stellt sich die Frage, warum diese Untersuchungsergebnisse erst jetzt, offenbar mindestens zwei Jahre nach der Zerstörung der Einrichtung, aber zu einem Zeitpunkt, da die Kriegsdrohungen gegen den Iran immer konkreter werden, bekannt gemacht werden.

Ebenso weckt die Tatsache, daß dieser Bericht allein unter Berufung auf ausdrücklich anonym bleiben wollende Diplomaten veröffentlicht wurde, zweifellos überdeutliche Erinnerungen an entsprechende "Berichte" über eine vorgebliches Massenvernichtungswaffenprogramm des Iraks vor Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen jenes Land. Während die Meldung selbst letztlich besagt, daß bisher keinerlei Beweise für ein iranisches Atomwaffenprogramm gefunden worden seien, so erweckt sie bei oberflächlichem Lesen doch den genau entgegengesetzten Eindruck.



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