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Anfang vom Ende?

Wut im Südirak wächst

14.05.2006  






Bisher konzentrierte sich der Widerstand im Irak gegen die Besatzer auf die Hauptstadt Baghdad und die westlich und nördlich von ihr gelegenen Gebiete. Die Menschen im Südirak waren zwar schon bisher keineswegs derart glücklich über die Besatzung ihres Landes, wie dies britisches und US-Militär gern glauben machen wollen, nun mehren sich aber die Anzeichen, daß diese schwelende Unzufriedenheit in offenen Haß mit den entsprechenden gewaltsamen Folgen münden könnte.

Ein erstes Indiz ist sicherlich die Tatsache, daß in diesem Monat bereits 7 der im Südirak stationierten britischen Soldaten bei Angriffen getötet wurden. Am Samstag der vergangenen Woche wurden 5 britische Soldaten getötet, als ihr Hubschrauber über der Stadt Basra abgeschossen wurde, am gestrigen Samstag wurden 2 weitere bei einem Bombenangriff nördlich Basras getötet. Seit Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs gegen den Irak vor über drei Jahren wurden nur in zwei Monaten mehr britische Soldaten getötet - im März 2003, während der Eroberung des Landes, waren es 27 und im Januar 2005 waren es, verursacht durch einen einzelnen Abschuß einer Transportmaschine vom Typ C-130 "Hercules", 10 Soldaten.

Die Stimmung der Bevölkerung im Südirak behandelt auch ein Artikel der Star Tribune vom Samstag.

"Der amerikanische Botschafter ist das Tor, durch das der Terrorismus in den Irak kommt", steht demnach auf einem Plakat nahe der Gräber der Imame Hussein und Abbas in der Stadt Kerbala.

"Es gibt Wut", sagte Jaffar Muhammad Asadi, ein Sprecher des Ayat Allah Muhammad Taqi Modaressi, ein als "moderat" bezeichneter Geistlicher in Karbala. "Man kann es in den Freitagsgebeten hören: 'Tod Amerika'“, sagte er. „Sie verbrennen amerikanische Fahnen. Sie sagen: 'Die Amerikaner werden nicht gehen, außer durch die Beerdigungen ihrer Söhne.'"

Letztlich war es sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis die Wut der Menschen im Südirak - vornehmlich Shiiten - entsprechende Ausmaße annahm. Auch wenn sie möglicherweise für den Sturz Saddam Husseins dankbar waren, so mußten sie doch feststellen, daß die Herrschaft durch die Besatzer die Lage im Irak keineswegs verbessert, sondern vielmehr verschlimmert hat. Zahllose der vermutlich weit über 150.000 seit Beginn des Krieges getöteten Menschen waren Shiiten, allesamt aber Iraker.

Einen Vorgeschmack auf die Folgen für die Besatzer, sollte auch ein größerer Teil der Shiiten im Irak zu den Waffen gegen die Besatzer greifen, boten die Kämpfe mit der Jaish al-Mahdi des Geistlichen Muqtada al-Sadr im Jahr 2004. Angesichts der massiven Probleme und der hohen Verluste, die die Besatzer schon jetzt im Irak haben, würde eine solche Entwicklung höchstwahrscheinlich den Anfang vom Ende für die Besatzer im Irak bedeuten.



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