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Standesgemäß reisen

Neue Hubschrauber für US-Präsidenten

16.05.2006  






In der Geschichte legten Herrscher schon immer größten Wert darauf, daß Reisen von einem Punkt zum anderen ebenso komfortabel wie repräsentativ gemacht werden konnten. Gleichgültig, ob es sich um goldverzierte Sänften oder Kutschen mit aufwendigen Schnitzereien und einer nur als übertrieben zu bezeichnenden Zahl von Pferden handelte, es war nur zu offensichtlich, daß die Macht des Insassen höchstens noch von seinem Reichtum übertroffen wurde.

Schon durch die Tatsache, daß zwei Passagiermaschinen des Typs Boeing 747-200B als „Air Force One“ für den Transport des US-Präsidenten bereitstehen, reiht die US-Präsidenten fraglos in die Reihe dieser Herrscher ein. Die Gesamtanschaffungskosten beider Maschinen betrugen 650 Millionen US-Dollar. Begleitet wird ein Flug der "Air Force One" - militärisch ist dies zwar der Rufname jeder Maschine der US-Luftwaffe, auf der sich der US-Präsident befindet, faktisch wird er aber im allgemeinen Sprachgebrauch nur für die jeweilige dieser beiden Maschinen verwendet - von mindestens zwei Transportmaschinen des Typs C-5 "Galaxy". Diese transportieren beispielsweise die Limousine des US-Präsidenten, einen vollausgestatteten Krankenwagen, manchmal den Hubschrauber des US-Präsidenten und zahlreiche weitere "notwendige" Dinge.

Die Ausgaben für diese beiden Flugzeuge werden von einem derart laufenden Programm zur Neubeschaffung von "Marine One" den Hubschraubern des US-Präsidenten, die der US-Marineinfanterie zugeordnet sind, weit in den Schatten gestellt.

Die Zeitschrift Popular Science zeigte nun in einem kurzen Artikel in ihrer Mai-Ausgabe ein Bild des zukünftigen Hubschraubers des US-Präsidenten. Obgleich die geplante Indienststellung der ersten Maschinen auf das Jahr 2009 vorverlegt worden ist, wird der derzeitige US-Präsident George W. Bush - so er denn entsprechend der US-Verfassung sein Amt am Ende seiner zweiten Amtsperiode verläßt - nicht mehr selbst in den Genuß des Ergebnisses dieses noch von seinem Vorgänger William "Bill" Clinton ins Leben gerufenen Programms kommen.

Diese Hubschrauber vom Typ VH-71 des US-Herstellers Lockheed Martin, die auf dem Modell EH101 des italienisch-britischen Herstellers AgustaWestland basieren, aber vollständig in den USA gebaut werden, werden so umgebaut, daß die "Komfortbedürfnisse" der US-Präsidenten befriedigt werden. So wird neben einer Bordküche auch ein Waschraum eingebaut. Über verschlüsselte Kanäle besteht aus den Maschinen heraus eine ständige Verbindung zum Kommunikationsnetzwerk des Weißen Hauses.

Insgesamt sollen nicht weniger als 23 Maschinen dieses Typs in Dienst gestellt werden. Die geplanten Kosten hierfür belaufen sich derzeit auf 6,1 Milliarden US-Dollar - rund 265 Millionen US-Dollar (206 Millionen Euro) pro Maschine. Ein "originaler" EH101 ist dahingegen schon für rund 27 Millionen Euro (35 Millionen US-Dollar) zu haben. Noch auffälliger wird der Preis für die Hubschrauber, wenn man beachtet, daß für einen vergleichsweise "geringen" Aufpreis auch eine Flotte von Airbus A-380 angeschafft werden könnte - ihr Stückpreis liegt bei rund 280 Millionen Euro.





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