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Von Worten und Taten

Manipulation durch Auslassung in den Medien

21.05.2006  






Am Sonntag veröffentlichte AFP eine Meldung, der zufolge der israelische Premierminister Ehud Olmert gesagt hat, daß der Iran innerhalb von Monaten in den Besitz einer Atomwaffe gelangen könnte.

"Die Angelegenheit des Irans ist eine sehr ernste", so Olmert in einem Interview gegenüber CNN. Die vorgeblichen Anstrengungen des Irans in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen "können eher in Monaten als in Jahren gemessen werden", sagte er.

"Die technologische Grenze ist sehr nah. Die Frage ist, wann werden sie die technologische Grenze überschreiten, die es ihnen zu jeder beliebigen Zeit, innerhalb von sechs oder acht Monaten, erlauben wird, eine Atombombe zu haben", so Olmert weiter.

Tatsächlich ist diese AFP-Meldung ein bemerkenswertes Beispiel für den Versuch der Manipulation der öffentlichen Meinung durch die Auslassung entscheidender Informationen.

Zwar gab Olmert gegenüber CNN ein Interview, in dem auch die von AFP zitierten Sätze fielen, eine entscheidende weitere Äußerung - die von der Nachrichtenagentur AP in ihrer Meldung zum Thema durchaus genannt wurde - blieb hingegen unerwähnt.

Die entscheidende Äußerung Olmerts war, daß der entscheidende Punkt nicht sei, wann der Iran eine Atombombe baue, sondern wann er das dafür notwendige Wissen erlange. In Verbindung mit dieser Aussage erscheint das Zitat von der Überschreitung einer technologischen Grenze zweifellos weitaus verständlicher. Während schon Olmert mit seiner Aussage versuchte, eine Bedrohung durch den Iran auch ohne eine tatsächliche Bedrohung herbeizureden - und diese zeitlich noch in dieses Jahr legte - ging die AFP-Meldung noch einen Schritt weiter, indem der Eindruck erweckt wurde, Olmert habe vermutet, der Iran würde noch in diesem Jahr in den Besitz von Atomwaffen gelangen.





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