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Wieder ein versuchter Staatsstreich

32 Söldner im Kongo verhaftet

25.05.2006  






Am Mittwoch berichtete AP, daß im Kongo 32 ausländische Söldner von den Behörden des Landes verhaftet worden sind, weil ihnen vorgeworfen wird, einen Staatsstreich vorbereitet zu haben.

Der Innenminister des Landes, Theophile Mbemba, sagte die Männer seien am Dienstag verhaftet worden. Bei ihnen handele es sich um ehemalige Soldaten, die für ein kongolesisches "Sicherheitsunternehmen" arbeiteten. Bei ihrer Verhaftung führten sie nicht näher definierte „militärische Ausrüstung“ mit sich, so Mbemba weiter. Sie "arbeiteten in Kinshasa als Sicherheitsleute, aber es ist klar, daß sie Militärpersonal mit politischen Plänen waren", so Mbemba.

"Sie waren Teil eines Putschversuchs und sie werden sich im Kongo vor Gericht verantworten müssen", sagte er.

Mbemba zufolge befinden sich unter den 32 Verhafteten 3 US-Bürger, 10 Nigerianer und 12 Südafrikaner. Der südafrikanische Botschafter im Kongo Sisa Ngombane sagte hingegen, daß 19 der Verhafteten im Besitz südafrikanischer Papiere seien. Der Grund für diese unterschiedlichen Zahlen ist bisher nicht klar. Ein Hinweis könnte sein, daß Ngamane nur von "südafrikanischen Papieren" sprach, während Mbemba von "Südafrikanern" sprach. Ngombane sagte außerdem, den kongolesischen Behörden seien Ausweispapiere für die Männer übersandt worden. Dies bedeutet im Umkehrschluß allerdings auch, daß die Männer nicht im Besitz entsprechender Papiere waren. Entweder bewegten sie sich also mit falschen Papieren im Kongo oder Südafrika bürgerte sie nun kurzfristig ein. Gegenüber AFP sagte Mbemba, die Männer wären im Besitz "von drei verschiedenen Pässen" gewesen und seien "an drei strategischen Punkten in der kongolesischen Hauptstadt gesehen worden."

Katya Thomas, eine Pressesprecherin der US-Botschaft in Kinshasa, weigerte sich, die Verhaftung der US-Bürger zu kommentieren. Die nigerianische Botschaft war nicht erreichbar.

Wie Reuters am Donnerstag meldete, arbeitete die Mehrzahl der Verhafteten für das südafrikanische Unternehmen "Omega Risk Solutions" und war von dem US-Unternehmen AQMI im Auftrag des kongolesischen Präsidentschaftskandidaten Oscar Kashala beauftragt worden.

Die Parallelen zu dem Putschversuch in Äquatorial-Guinea im März 2003 - an dem sogar der Sohn der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher, Mark Thatcher, beteiligt war - liegen auf der Hand. Wieder handelte es sich vorgeblich um "Sicherheitsleute", wieder waren zahlreiche südafrikanische Söldner an dem "Unternehmen" beteiligt und wieder gibt es in "den Westen" führende Spuren.

Die Behauptung des Sprechers der UN-Mission im Kongo, Jean-Tobias Okala, es handele sich in Wahrheit vielmehr anscheinend um "eine politische Manipulation der Regierung des Kongos" scheint demgegenüber auch vor dem Hintergrund der bevorstehenden Wahlen wenig glaubwürdig.





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