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"Unbeantwortete Fragen"

Neue Untersuchung des "Falles David Kelly"

26.05.2006  






Wie die britische BBC am vergangenen Freitag berichtete, hat ein britischer Abgeordneter mit einer neuen Untersuchung des "Falles David Kelly" begonnen.

Kelly war im Juli 2003 in einem Wald tot aufgefunden worden. Eine offizielle Untersuchung kam zu dem Schluß, daß es sich um eine Selbsttötung handelte. Hieran bestehen aber schwerwiegende Zweifel, so sagte beispielsweise einer der beiden Sanitäter, die zuerst bei Lekkys Leichnam waren: "Ich habe immer gesagt, daß, wenn es ein Mitglied meiner Familie gewesen wäre, ich nicht akzeptiert hätte, was sie behauptet haben."

Der Abgeordnete Norman Baker will nun Antworten auf die "unbeantworteten Fragen" finden, nachdem die Untersuchung "eklatant darin versagt hat, den Dingen auf den Grund zu gehen." Baker kündigte an, Minister zu befragen und neue Fakten ans Tageslicht zu bringen.

"Es erschien mir damals äußerst eigenartig, daß man glaubte, Dr. Kelly hätte auf jene Art und zu jenem Zeitpunkt Selbstmord begangen", so Baker gegenüber der BBC. "Umso genauer ich es mir anschaue, desto weniger bin ich von der Erklärung überzeugt und desto mehr unbeantwortete Fragen tauchen auf, die von der Hutton-Untersuchung oder dem Leichenbeschauer hätten genau untersucht werden müssen."

"Die wichtigste unbeantwortete Frage ist, warum er hätte Selbstmord begehen wollen, was immer noch nicht beantwortet wurde", so Baker weiter. Angesichts seines Wissens über den menschlichen Körper sei es auch unwahrscheinlich, daß er sich entschieden habe, sich selbst durch "das Zerschneiden einer eher versteckten Arterie in seiner Hand" zu töten. Durch eine parlamentarische Anfrage habe Baker erfahren, daß sich im Jahr 2003 nur ein einziger Mensch auf diese Art selbst getötet habe - offensichtlich Kelly. Baker wies auch darauf hin, daß, obwohl Kelly vorgeblich 29 Schmerztabletten eingenommen hatte, "nur ein Viertel einer Tablette" in seinem Magen gefunden wurde.

Baker wolle auch erfahren, warum die Polizei mit der Suche nach Kelly begonnen hatte, bevor dieser überhaupt sein Haus verlassen hatte, geschweige denn vermißt gemeldet worden war.

Es bleibt abzuwarten, ob es Baker tatsächlich gelingen wird, neue Fakten zu Kellys Tod zu finden, andererseits hat er in der Vergangenheit bereits mehrfach durch seine unbequemen Fragen mehr als nur Unruhe in das britische Parlament gebracht. So führte beispielsweise eine parlamentarische Anfrage Bakers letztlich zum Rücktritt des Ministers Peter Mandelson. Ihm war vorgeworfen worden, einem der "Hinduja-Brüder" einen britischen Paß verschafft zu haben.

Auch sein Aufruf an die Öffentlichkeit, ihm Informationen über den Fall Kelly zukommen zu lassen, ist sicherlich geeignet, bisher unbekannte Tatsachen ans Licht zu bringen.





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