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Verdachtsmomente

Verbotene Informationen in Großbritannien

04.06.2006  






Bereits im Jahr 1953 veröffentlichte Ray Bradbury seinen Roman "Fahrenheit 451", in dem Feuerwehrmänner statt Brände zu löschen Bücher verbrennen, da das darin enthaltene Wissen als gefährlich angesehen wird.

Eine kurze Meldung der Londoner Ealing Times vom Freitag wirft die Frage auf, wie weit sich die britische Regierung dieser düsteren Vision bereit ist zu nähern.

Demnach wurde der 27 Jahre alte Yassin Felin Nassari am 26. Mai in seiner Wohnung im Londoner Stadtteil Ealing von zu einer Antiterror-Einheit gehörenden Polizisten verhaftet. Nassari, der sich auch nach einem ersten Haftprüfungstermin am 30. Mai weiter in Haft befindet, wird auf Grundlage des britischen Terrorismus-Gesetzes angeklagt.

Das wirklich bemerkenswerte hierbei ist der von den Behörden genannte Vorwurf. Er sei im Besitz „eines Dokuments, das wahrscheinlich für einen Terroristen nützlich ist“ gewesen. Genauere Angaben wurden hierzu bisher nicht gemacht. Es könnte sich also ebenso um eine „Bombenbauanleitung“ wie ein aus einer Bücherei ausgeliehenes Chemiebuch handeln - oder auch ein Kochrezept, immerhin müssen sich auch zukünftige Terroristen ernähren. Selbst wenn es sich tatsächlich um eine „Anleitung“ zum Bau von Bomben gehandelt haben sollte, so ist dies doch ein höchst fragwürdiger Vorwurf, wurde doch offensichtlich kein weiteres belastendes Material bei dem Beschuldigten gefunden.

Bei konsequenter Befolgung dieser Logik der britischen Behörden werden in Großbritannien in allernächster Zeit sämtliche Büchereien, Buchhandlungen und Schulen von Antiterror-Einheiten gestürmt und die Internet-Zugänge im Land derart gefiltert werden, daß die Filter in China im Vergleich kaum der Rede wert wären - so denn nicht gleich bei jedem Nutzer "vorbeugend" eine Hausdurchsuchung durchgeführt wird.





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