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Flüchtlingsproblem

Israel inhaftiert Sudan-Flüchtlinge

04.06.2006  






Wie AP am Sonntag berichtete, wurden bisher etwa 220 Flüchtlinge aus dem Sudan in Israel inhaftiert, da der Sudan von Israel als "feindliches Land" betrachtet wird.

Die aus dem Sudan stammenden Männer und Fruaen sagen, sie seien vor Massakern und religiöser Verfolgung in der Region Darfur und im Süd-Sudan geflohen. Dies wird seitens Israel nicht bestritten. Vielmehr wurden ihnen allein aus dem Grund das Asyl in Israel verweigert, daß sie aus dem Sudan stammen, der von Israel als „feindlich“ bezeichnet wird.

Derzeit versuchen die Vereinten Nationen, ein Drittland zur Aufnahme der Flüchtlinge zu bewegen. Bis dahin werden die Menschen im israelischen Gefängnis Maasiyahu gefangengehalten. Während die meisten der Flüchtlinge aus dem Sudan dort seit einigen Monaten gefangengehalten werden, befinden sich einige bereits seit etwa einem Jahr dort. Ursprünglich waren die meisten von ihnen in das benachbarte Ägypten geflüchtet, nachdem die dortigen Behörden aber am 30. Dezember des vergangenen Jahres gewaltsam gegen ein Flüchtlingslager vorgingen - wobei annähernd 30 Menschen getötet worden sein sollen - flüchteten sie weiter nach Israel. Danach stieg die Zahl der in Israel gefangengehaltenen Flüchtlinge von 30 auf 220.

Die Inhaftierung der Flüchtlinge wird unter anderem auch von dem Leiter der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Avner Shalev, scharf kritisiert.

In einem Brief an den israelischen Premierminister Ehud Olmert wies Shalev darauf hin, daß einige Staaten vor Beginn des 2. Weltkriegs jüdische Flüchtlinge ebenfalls aus "Sicherheitsgründen" abgelehnt hatten. "Wir können Flüchtlinge des Völkermords in Darfur nicht ignorieren, wenn sie an unsere Tür klopfen", so Shalev.

Amnon Rubinstein, ehemaliger israelischer Justizminister, schloß sich der Kritik an. "Ich lehne die Inhaftierung von Flüchtlingen, deren einziges Verbrechen es ist, aus einem Land, in dem Völkermord begangen wird, geflüchtet zu sein, ab", sagte er. "Wir, als ein jüdisches Land, müssen Flüchtlingen gegenüber ganz besonders feinfühlig sein."

Zumindest politisch ist der Vergleich Shalevs mit dem Holocaust hier nicht von der Hand zu weisen, da sich die internationale Staatengemeinschaft von dem religiös motivierten Völkermord im Sudan überzeugt zeigt. Die israelische Begründung, der Sudan sei ein "feindliches Land" hätte während des 2. Weltkriegs bedeutet, daß ein Kriegsgegner jüdische Flüchtlinge aus Deutschland inhaftiert und abgeschoben hätte, weil es sich dabei um Flüchtlinge aus einem "Feindstaat" handelte.



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