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Künstliche Erfolge

US-Soldaten ermorden Zivilisten

06.06.2006  






Von Zeit zu Zeit veröffentlicht das US-Militär Erfolgsmeldungen, denen zufolge es US-Soldaten gelungen sei, "Rebellen", die gerade eine Bombe am Straßenrand legen wollten, zu töten. Eine UPI-Meldung vom Dienstag zeigt nun, wie derartige "Erfolge" tatsächlich zustandekommen.

Am Sonntag berichtete die Washington Post, daß derzeit der Tod des Irakers Hashim Ibrahim Awad al-Zobaie untersucht wird. Ursprünglichen Meldungen des US-Militärs zufolge war er getötet worden, als er versuchte, am Straßenrand eine Bombe zu vergraben. Bei ihm wurden eine Schaufel und ein Sturmgewehr des Typs AK-47 - aber auch diesen Berichten zufolge keine Bombe - gefunden.

Aussagen von Nachbarn und Familienmitgliedern - darunter sein Bruder - al-Zobaies zeichnen allerdings ein grundlegend anderes Bild. Demnach waren US-Soldaten erst in ein Nachbarhaus eingedrungen, wo sie eine Schaufel und ein AK-47 mitnahmen. Dann kamen sie in sein Haus und nahmen den 52 Jahre alten Behinderten, in dem Ort als "Hashim der Lahme" bekannt, mit. Draußen schossen sie ihm dann vier Mal in das Gesicht und plazierten Schaufel und Sturmgewehr neben seiner Leiche. Tatsächlich werden diese Behauptungen durch Photographien gedeckt.

Später kamen seiner Familie zufolge US-Soldaten zu ihnen und boten Geld an, damit sie die „offizielle“ Version bestätigten.

Einem ABC vorliegenden Bericht des US-Militärs zu dem Vorfall handelte es sich bei dem Opfer offenbar um einen Widerstandskämpfer.

"Wir machten einen Mann aus, der an der Seite der Straße bei dem Ort des Hinterhalts grub", so die Erklärung. "Ich ging und griff ihn an. Er wurde an Ort und Stelle für tot erklärt, nur mit einer Schaufel und einem AK-47." Die Erklärung wurde von US-Feldwebel Lawrence G. Hutchins und einem weiteren Soldaten als Zeugen unterzeichnet.

Zu dem "Knight Ridder"-Verbund gehörende Zeitungen, beispielsweise der Grand Forks Herald, berichteten am Montag, daß das US-Militär bei seinen Berichten "irrtümlich" einen falschen Ort für den Vorfall angegeben hat. In den Berichten des US-Militärs war von dem Ort Hamandiyah die Rede. Tatsächlich existiert ein solcher Ort allerdings im gesamten Irak nicht.

"Es gibt im ganzen Irak keinen al-Hamandiyah genannten Ort", sagte der Geographieprofessor der Mustansiriya-Universität in Baghdad. Recherchen haben vielmehr ergeben, daß es sich um den Ort al-Hamdania handelte.

Der Verdacht, daß hier Nachforschungen durch diesen "Irrtum" bewußt behindert werden sollten, ist sicherlich naheliegend. Entscheidender ist aber, daß US-Soldaten offenbar nicht davor zurückschrecken, offensichtlich unschuldige Zivilisten zu töten, um so Erfolgsmeldungen zu produzieren - oder auch eigene Morde zu vertuschen. Letztere Variante wurde bereits im März durch den früheren US-Soldaten Jody Casey bestätigt.

Er sagte, daß "man praktisch jeden töten konnte, den man wollte - es war so einfach. Man mußte nicht einmal losgehen und ein Loch graben oder irgendwas. Man mußte nur ein Bild schaffen. Man fährt morgens um drei die Straße entlang. Da ist ein Typ am Straßenrand, man erschießt ihn ... man wirft eine Schaufel hinterher."



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