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Übersehen

Meteorit trifft Norwegen

10.06.2006  






Ein Bericht der norwegischen Aftenposten vom Freitag belegt eindrucksvoll, daß die üblicherweise aufgestellte Behauptung, die Erde könne nicht unerwartet von einem größeren, auf der Erdoberfläche Schaden verursachenden außerirdischen Festkörper getroffen werden, nur als falsch zu bezeichnen ist.

Nachts gegen 02:00 Uhr war der Bauer Peter Bruvold mit einer Kamera auf seiner Weide in Lyngseidet, weil seine Stute Virika zum ersten Mal fohlen würde. Wie viele andere Menschen im nördlichen Troms und dem westlichen Finnmark sah auch er trotz der Mitternachtssonne einen hellen Feuerball am Himmel. Mit seiner Kamera gelang es ihm, ein Photo von dem in die Erdatmosphäre eintretenden Meteor zu machen.

"Ich sah einen hellen Lichtblitz am Himmel und das wurde zu einem Licht mit einer Rauchfahne", berichtete Bruvold. Als er sich gerade wieder seinen Tieren zuwenden wollte, hörte er eine riesige Explosion. "Ich hörte den Knall sieben Minuten später. Es hörte sich an, als würde man eine Ladung Dynamit in einem Kilometer Entfernung zünden."

Die Gegend des Falls des Meteoriten ist nur dünn besiedelt und weist nur wenige von der Größe her nennenswerte Ortschaften auf. Er schlug nach Angaben des - Aftenposten zufolge - "bekanntesten norwegischen" Astronomen Knut Jørgen Røed Ødegaard in einen Berg bei Reisdalen in Nord-Troms ein.

"Es gab Erderschütterungen, ein Haus wackelte und ein Vorhang wurde in das Haus hineingeblasen", so Ødegaard. "Das ist einfach außergewöhnlich. Ich wüßte nicht, daß wir einen solch starken Meteoriteneinschlag in der Neuzeit in Norwegen gehabt hätten. Wenn der Meteorit so groß war, wie es den Anschein hat, können wir ihn mit der Hiroshima-Bombe vergleichen. Natürlich ist der Meteorit nicht radioaktiv, aber hinsichtlich der Sprengkraft können wir ihn mit der Bombe vergleichen."

Ein Meteorit etwa der gleichen Sprengkraft schlug Schätzungen zufolge vor 2.400 bis 2.800 Jahren auf der Insel Saarenmaa im heutigen Estland ein. Wissenschaftlern zufolge war die Überlebenschance noch in einem Abstand von 1,5 Kilometern zum Einschlagsort äußerst gering. Durch den auseinanderbrechenden Eisenmeteoriten entstanden insgesamt neun Krater, von denen der größte, der Kaalijärv, einen Durchmesser von 110 Metern und eine Tiefe von 22 Metern besitzt. Die Gesamtmasse des Meteoriten wird auf 1.000 Tonnen geschätzt, was einem Durchmesser einer Eisenkugel von nur rund 6 Metern entspricht.

Sollte Ødegaard mit seiner Vermutung hinsichtlich der Sprengkraft des Meteoriten Recht haben, so wären die Folgen eines solchen Einschlags in einer Großstadt oder auch nur in dichter besiedeltem Gebiet zweifellos katastrophal. Die Tatsache, daß der Einschlag des Meteoriten offenbar vollkommen überraschend erfolgte, zeigt die Schwierigkeit, derartige Objekte bei ihrem Anflug auf die Erde zu orten - was angesichts der möglichen geringen Größe allerdings kaum verwundern kann.





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