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"Staatsterrorismus"

11 Tote bei israelischem Angriff

13.06.2006  






Wie IslamOnline am Dienstag berichtete, sind bei einem israelischen Raketenangriff in Gaza 11 Menschen, darunter 3 Kinder, getötet worden. Dutzende weitere wurden teilweise schwer verletzt.

Augenzeugen berichteten, daß ein israelisches Flugzeug zwei Raketen auf ein Fahrzeug abgefeuert hatte. Ein von ihnen traf einem Aljazeera-Bericht zufolge das Fahrzeug. Hierbei wurden zwei Mitglieder der Organisation Islamischer Jihad, Hammudeh al-Wadyeh und Shawqi al-Saiqali, getötet. Al-Wadyeh wurde in einer AP-Meldung als "Ober-Raketenabfeuerer" der Organisation bezeichnet. Ein dritter Fahrzeuginsasse wurde bei dem Angriff verletzt.

Neun Zivilisten, darunter drei Kinder, wurden getötet, als etwa zwei Minuten später eine dritte Rakte am gleichen Ort einschlug. Zu dem Zeitpunkt hatte sich schon eine Menschenmenge um die Trümmer des Fahrzeugs gebildet. Unter den Todesopfern befinden sich die beiden 4 und 8 Jahre alten Brüder Hisham und Shaher und ihr Vater Ashraf al-Mughrabi.

AP gibt die Gesamtzahl der Todesopfer mit 10, darunter 2 Kinder an. Der Grund für diese Diskrepanz ist derzeit unklar. AP zufolge verfehlte die erste israelische Rakete auch ihr Ziel und führte nur dazu, daß das Fahrzeug "mit dem Bordstein zusammenstieß". Zwei weitere Raketen hätten dann die Insassen und die Zivilisten getötet.

Das israelische Militär rechtfertigte den Angriff mit der Behauptung, der Kleinbus sei "mit Katyushas beladen" gewesen. Raketen des Katyusha-Typs haben gegenüber den von Palästinensern entwickelten und gefertigten Qassam-Raketen eine deutlich größere Reichweite. Tatsächlich scheinen hier allerdings zumindest Zweifel angebracht, da es weder zu Folgeexplosionen gekommen ist noch die Explosion stark genug gewesen ist, auch die Explosion einer Ladung mehrerer Katyusha-Raketen zu erklären. Auch scheint es angesichts zahlloser "gezielter Tötungen" von Palästinensern durch das israelische Militär zumindest zweifelhaft, daß sich eine größere Menschenmenge nah an ein Fahrzeug bewegt, von dem offensichtlich ist, daß die "gezielte Tötung" der Insassen noch nicht "erfolgreich" war.

Erst am Freitag waren am Strand von Bait Lahiya im Haza-Streifen bei einer Explosion 7 Zivilisten, darunter 3 Kinder, getötet worden. Am Dienstag veröffentlichte Israel das Ergebnis einer offiziellen Untersuchung, dem zufolge es sich dabei nicht um eine israelische Artilleriegranate gehandelt habe. Vielmehr sei der Grund für die Explosion vermutlich eine von palästinensischen Kämpfern am Strand zur Abwehr israelischer Kommandoeinheiten vergrabene Landmine gewesen, so die Erklärung.

Der britische Journalist Chris McGreal sagte gegenüber DemocracyNow allerdings, ein Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, der früher für das Pentagon gearbeitet habe, habe den Vorfall untersucht. Er sei zu dem Schluß gekommen, daß der Grund für die Explosion fast ohne jeden Zweifel eine israelische Granate war. Nicht nur, daß der entstandene Krater diese Annahme unterstützt, er fand dort auch einen Splitter mit der Aufschrift 155 Millimeter, was die vom israelsichen Militär in ihren Haubitzen verwendete Größe sei. Tatsächlich hatte ein Augenzeuge des Angriffs bereits am Freitag ausgesagt, er habe den Einschlag von vier israelischen Granaten mitangesehen.

Auch die Ärztin Mona al-Farrah, die mehrere der Verletzten behandelte, zeigte sich überzeugt, daß die Verletzungen durch eine israelische Granate verursacht worden seien, da sie Verletzungen durch israelische Granaten, die sie in der Vergangenheit behandelte, glichen. Außerdem habe ein Krankenwagenfahrer des Krankenhauses selbst gesehen, wie der Strand vom Meer aus bombardiert wurde.

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas fand denn auch überaus klare Worte für den Angriff. "Was Israel tut, nennt man Staatsterrorismus", sagte er.



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