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Auftragsmörder Israels

Libanese gesteht Bombenanschläge

16.06.2006  






Einem Bericht der israelischen Haaretz vom Dienstag zufolge hat ein libanesischer Mann gestanden, im Auftrag des israelischen Geheimdienstes mehrere tödliche Anschläge verübt zu haben.

Mahmoud Rafeh wurde nach Darstellung des libanesischen Militär zusammen mit drei weiteren Männern in Verbindung mit der Ermordung zweier Mitglieder der Organisation Islamischer Jihad verhaftet. Rafeh sei ein führendes Mitglied eines "Terror-Netzwerks" gewesen, das für mindestens drei weitere schwere Anschläge im Libanon verantwortlich sei.

"Ermittlungen des militärischen Geheimdienstes haben gezeigt, daß das entdeckte Terror-Netzwerk über mehrere Jahre Verbindungen zum israelischen Mossad hatte und daß seine Mitglieder sowohl innerhalb als auch außerhalb Israels ausgebildet wurden", so eine Erklärung des libanesischen Militärs. "Das Netzwerk war von jener Behörde damit beauftragt worden, diese Operationen durchzuführen und ihm wurden versteckte Kommunikations- und Überwachungsgeräte zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt - zusammen mit detaillierten Karten des Ziels ... gefälschten Dokumenten und Koffern mit versteckten Taschen."

Israel hat bisher Beschuldigungen, für die Ermordung von Mahmoud Majzoub, genannt Abu Hamze und seinen Bruder Nidal am 26. Mai in der libanesischen Stadt Sidon verantwortlich zu sein, zurückgewiesen. In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu "ungeklärten" tödlichen Anschlägen auf Mitglieder palästinensischer Organisation und der Hizb Allah im Libanon gekommen.

Rafeh hat dem libanesischen Militär zufolge die Ermordung des Hizb-Allah-Funktionärs Ali Hasan Deeb im Jahr 1999 in der Stadt Arba, die Ermordung eines weiteren Hizb-Allah-Funktionärs 2003 in Beirut und die Ermordung von Jihad Ahmed Jibril, Sohn des Leiters der Volksfront für die Befreiung Palästinas, im Jahr 2002 ebenfalls in Beirut gestanden. Außerdem habe er das Legen weiterer Bomben, die rechtzeitig entschärft wurden oder ihre Ziele verfehlten, gestanden.

Im Fall des Anschlags auf Mahmoud und Nidal Majzoub soll Rafehs "Moufajaat Fajr" - "Morgendämmerungs-Überraschung" - genannte Organisation eine mit Sprengstoff vollgestopfte Autotür aus Israel in den Libanon geschmuggelt haben.

Derzeit wird nach dem Palästinenser Hussein Khattab gefahndet, der ebenfalls Mitglied der Organisation Rafehs gewesen sein soll. Es wird aber vermutet, daß er bereits nach Israel geflohen ist.

Angesichts dieser Enthüllungen ist zumindest die Vermutung naheliegend, daß Rafeh auch an der Ermordung des damaligen libanesischen Premierministers Rafiq al-Hariri am 14 Februar 2005 in Beirut durch einen schweren Bombenanschlag beteiligt war. Schon wenige Tage nach dem Anschlag hatte sich eine Spur ergeben, die zumindest eine indirekte Verbindung mit dem israelischen Geheimdienst lieferte, dies war von den Betroffenen aber vehement bestritten und schließlich nicht weiter verfolgt worden. Zwar hatte UN-Sonderermittler Detlev Mehlis in seinem Bericht Syrien des Anschlags beschuldigt, dies war allerdings ein äußerst fragwürdiges Ergebnis.

Da der Anschlag, bei dem neben al-Hariri 22 weitere Menschen getötet wurden, aufgrund der Schuldzuweisung an Syrien zum Abzug des syrischen Militärs aus dem Libanon führte, ist ein israelisches Motiv für diesen Anschlag sehr wohl gegeben. Das Auffliegen von "Moufajaat Fajr" und dessen Verbindungen zum israelischen Geheimdienst zeigen nun, daß Israel neben dem Motiv auch die Mittel zur Durchführung des Anschlags besaß.


Ergänzung 19.07.06: Der oben verlinkte Artikel der Haaretz ist von der Website der Zeitung spurlos verschwunden. Ersatzweise daher hier ein Link zu einem Artikel der britischen Times.



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