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Kriegsgefangene?

US-Soldaten "vermißt"

16.06.2006  






Wie AP am Freitag berichtete, gelten zwei US-Soldaten nach einem Angriff auf einen Kontrollposten südwestlich des irakischen Hauptstadt Baghdad als "vermißt".

Demnach wurde ein Kontrollposten nahe der Stadt Yusufiyah, etwa 20 Kilometer von Baghdad entfernt, gegen 20:00 Uhr angegriffen. Dabei wurde ein US-Soldat getötet und zwei weitere gelten als vermißt.

"Nachdem Feuer von Handfeuerwaffen und Explosionen in der Nähe des Kontrollpunkts zu hören waren, reagierte eine schnelle Eingreiftruppe", so eine Erklärung des US-Militärs. "Koalitionsstreitkräfte haben mit einer Suchoperation begonnen, um die Soldaten zu finden und ihren Status festzustellen." Die Erklärung enthielt keine näheren Informationen und das US-Militär im Irak war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Wenn nach einem solchen Angriff Soldaten "vermißt" werden, so ist die Vermutung, daß sie von der gegnerischen Seite gefangengenommen wurden, sicherlich mehr als naheliegend.

Sollte das US-Militär dies in diesem Fall tatsächlich zugeben - wobei in der Vergangenheit bereits zahlreiche Berichte des irakischen Widerstands behaupteten, sie hätten US-Soldaten gefangengenommen, ohne daß dies zu entsprechenden Erklärungen des US-Militärs geführt hätte, was zweifellos eine weitere Parallele zum Vietnamkrieg ist - so würde sich spätestens dann die Frage nach der Behandlung dieser Gefangenen stellen.

Die grundlegende Logik wäre einfach. Die USA haben den Irak völkerrechtswidrig angegriffen, also sind gefangengenommene US-Soldaten Kriegsgefangene. Diese Lage mag durch die von den USA kontrollierte "irakische" Marionettenregierung auf dem Papier zusätzlich verkompliziert werden, dies ist aber nicht das Hauptproblem. Tatsächlich bezeichnen die USA gefangene Widerstandskämpfer im Irak grundsätzlich als "Terroristen" und nicht als "Kriegsgefangene". Damit enthalten sie ihnen den von den Genfer Konventionen vorgesehenen Kriegsgefangenenstatus, der sie vor zahlreichen Übergriffen schützen würde, vor. Es bleibt abzuwarten, ob auch die Iraker sich auf dieses Niveau herabbegeben werden. Es ist allerdings kaum anzunehmen, daß es einer breiteren Öffentlichkeit bekannt werden würde, wäre dies nicht der Fall.



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