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Kämpfe in Baghdad

Al-Mailiki ruft "Notstand" aus

23.06.2006  






Wie AP am Freitag berichtete, hat die "irakische Regierung" unter "Premierminister" Nouri al-Maliki als Reaktion auf den Ausbruch von Kämpfen für die irakische Hauptstadt Baghdad den Notstand ausgerufen und eine Ausgangssperre verhängt.

Die Kämpfe sind dabei sowohl aufgrund des Ortes, an dem sie sich ereigneten als auch ihrer Begleitumstände äußerst bemerkenswert und werfen erneut die Frage auf, ob den Besatzern die Kontrolle im Irak zunehmend entgleitet beziehungsweise dies schon geschehen ist.

Den ganzen Morgen über kam es demnach zu Gefechten von mit Panzerfäusten, Handgranaten und Gewehren bewaffneten Widerstandskämpfern mit Soldaten des "irakischen" und des US-Militärs. Schon die Tatsache, daß es sich hier um bei Tageslicht ausgetragene offene Gefechte handelte, stellt einen deutlichen Unterschied zur üblichen Vorgehensweise der Widerstandskämpfer dar. Noch ungewöhnlicher ist aber, daß diese Gefechte offenbar dadurch ausgelöst wurden, daß die Widerstandskämpfer Straßensperren auf der Haifa-Straße errichtet hatten.

Allein schon die Errichtung von Straßensperren in der irakischen Hauptstadt erfordert zweifellos Vertrauen in die eigene Überlegenheit gegenüber den Besatzern. Wirklich bemerkenswert wird dies allerdings durch die Tatsache, daß dies nicht in einem Randbezirk oder auf Nebenstraßen geschehen ist, sondern auf der vielbefahrenen Haifa-Straße, die direkt zur "Grünen Zone" führt und eine der drei Hauptzufahrtsstraßen dorthin ist. Es ist offensichtlich, daß eine solche - höchstwahrscheinlich kalkulierte - Provokation von den Besatzern nicht unbeantwortet bleiben würde, befindet sich in der "Grünen Zone" doch das US-Oberkommando über den ganzen Irak. Zwar ist es in der Vergangenheit häufig zu Kämpfen auf der Straße gekommen, dieses Ausmaß stellt aber eine völlig neue Qualität dar.

Dies wird auch durch die vorgeblich von al-Maliki - es besteht sicherlich kaum Zweifel daran, daß er hier nur US-Befehle ausgeführt hat - verhängte Ausgangssperre. Diese erstreckte sich zwar nur von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr, da dies aber am im Islam heiligen Freitag geschah und hierdurch Gläubige teilweise gezwungen waren, die Moscheen vorzeitig zu verlassen, um vor Inkrafttreten der Ausgangssperre nach Hause zu gelangen, war dies ein schwerwiegender Eingriff.

Der "irakische" Polizeileutnant Maitham Abd al-Razzaq sagte, bei den Kämpfen seien 4 "irakische Soldaten" und 3 "irakische Polizisten" verletzt worden. Das US-Militär machte bisher keine Angaben zu eigenen Verlusten, es scheint angesichts der Schwere und Länge der Kämpfe aber unwahrscheinlich, daß es keine solchen gab. Das US-Militär meldete allerdings am Freitag, daß 2 US-Soldaten am frühen Morgen durch eine Bombe im Südwesten Baghdads getötet wurden. Im südöstlichen Stadtteil al-Dora kam es AP zufolge am Freitag ebenfalls zu Kämpfen zwischen "irakischen" und US-Soldaten auf der einen und Widerstandskämpfern auf der anderen Seite.

Nicht zuletzt aufgrund der verhängten Ausgangssperre sind bisher kaum Informationen über die Kämpfe in der Haifa-Straße vorhanden. AP beschränkte sich - zweifellos aufgrund von Angaben des US-Militärs - auf die Aussage, die Gegend sei abgeriegelt worden und es seien Hausdurchsuchungen durchgeführt worden.



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