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Späte Erkenntnis?

Irakischer Widerstand durch Tod von Zivilisten

26.06.2006  






Einem KnightRidder-Bericht vom Montag zufolge ist ein hochrangiger US-General jetzt, im vierten Jahr der Besatzung des Iraks durch die USA, zu der Erkenntnis gelangt, daß der Widerstand im Irak nicht zuletzt durch die zahllosen getöteten Zivilisten motiviert ist.

Der Oberkommandierende des "Multi-Nationalen Korps - Irak" und damit direkt dem US-Oberkommandierenden im Irak, General George W. Casey unterstellte US-Generalleutnant Peter W. Chiarelli bezeichnete die Zahl der getöteten und verletzten Zivilisten als einen wichtigen Maßstab für die Effektivität der Interaktion von US-Soldaten mit der irakischen Bevölkerung.

"Wir haben Leute, die unentschlossen waren oder uns unterstützten, die sich in den letzten zwei oder drei Jahren tatsächlich entschieden haben, die Hand gegen uns zu erheben. Und man muß fragen: Warum das? Und ich würde sagen, daß wir in vielen Fällen selbst unser schlimmster Feind sind", so Chiarelli.

Er überprüfe die entsprechenden Zahlen täglich, so Chiarelli. Wenn weniger Zivilisten getötet werden, dann "macht das meiner Ansicht nach unsere Soldaten sicherer."

Sollte der US-General tatsächlich über drei Jahre gebraucht haben, um zu dieser Binsenweisheit zu gelangen und dies nicht nur ein Vorwand für die Veröffentlichung vorgeblicher gesunkener Zahlen getöteter Zivilisten sein, so würfe dies zweifellos einmal mehr grundlegende Fragen im Hinblick auf die Kompetenz der Führungsebene des US-Militärs auf. Tatsächlich ist allerdings zu vermuten, daß diese Veröffentlichung nur eine Möglichkeit für das US-Militär darstellt, von der bisherigen Angabe, es existierten keinerlei Statistiken über zivile Opfer, abzuweichen und so eine neuerliche „Erfolgsmeldung“ zu verbreiten.

Bisher hatte das US-Militär sich mit dem Hinweis, es würden keine entsprechenden Daten erhoben, geweigert, Angaben zu getöteten und verwundeten Zivilisten im Irak zu machen. Chiarelli wollte hier zwar immer noch keine Zahlen nennen, behauptete aber, die Zahl getöteter und verletzter Zivilisten sei in diesem Jahr gegenüber dem Juli des vergangenen Jahres zurückgegangen.

Ein namentlich nicht genanntes Mitglied des US-Militärs - der nicht autorisiert war, Zahlen zu nennen - tat allerdings vorgeblich genau dies. Demnach seien in der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres in 480 Fällen Zivilisten an US-Kontrollpunkten verletzt oder getötet worden. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres lag diese Zahl demnach bei 200. Über die wahre Zahl der Opfer sagt dies allerdings wenig aus, da Fahrzeuge auch im Irak üblicherweise mehrere Passagiere transportieren. Erschwerend kommt hinzu, daß angesichts der Tatsache, daß die offiziellen Zahlen des Pentagons über die eigenen Verluste geschönt werden, grundlegende Zweifel an der Richtigkeit dieser Zahlen angebracht scheinen.



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