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Totalüberwachung

Zwangsweise RFID-Chips für US-Einwanderer?

27.06.2006  






Bereits Mitte Mai hat der Vorstandsvorsitzende eines US-Unternehmens in einem Fernsehinterview einen Vorschlag gemacht, der einen deutlichen Schritt hin zu einer lückenlosen Überwachung aller Menschen in den USA bedeutenden würde.

Scott Silverman, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Applied Digital, dem Mutterkonzern des Unternehmens VeriChip, schlug in einer Sendung von "Fox News" am 16. Mai vor, die von VeriChip hergestellten RFID-Chips zur Überwachung von Einwanderern und Gastarbeitern zu nutzen. Seiner Vorstellung nach würde Gastarbeitern schon an der Grenze zu den USA - oder sogar bereits in ihrem Heimatland - ein solcher RFID-Chip eingepflanzt werden. Durch Auslesen der RFID-Signale könnten die Menschen dann sowohl an der Grenze als auch an ihren Arbeitsstellen zweifelsfrei identifiziert werden, so Silverman.

Auf die Frage, was wäre, wenn man ein solches Gerät nicht in seinem Körper haben wolle, ob es eine Wahl gebe, antwortete Silverman geradezu zynisch.

"Absolut. Es ist eine Entscheidung seitens des Einwanderers oder eine Entscheidung seitens der Regierung, wenn wir endgültig definieren, was diese Technologie ist, was bisher nicht geschehen ist", sagte er. Selbstverständlich stünde es Einwanderern auch zukünftig frei, sich einer solchen Maßnahme zu verweigern, wie es auch jedem Menschen freisteht, sich den heutigen erniedrigenden Kontrollen an US-Grenzen zu verweigern. In beiden Fällen dürfte dies allerdings dazu führen, daß eine Einreise nicht gestattet wird.

Silverman wurde auch gefragt, ob die US-Regierung die Geräte bereits gekauft und eine Nutzung für Einwanderer angekündigt habe, was von ihm nur ausweichend beantwortet wurde.

"Nein, haben sie nicht. Wir haben in Washington mit vielen Leuten darüber gesprochen, dies als eine Anwendung für ein Gastarbeiterprogramm zu benutzen. Aber wir können heute nicht sagen, daß sie es tatsächlich für Einwanderungszwecke gekauft hätten", so Silverman. Es ist nicht klar, ob Silverman sich derart ausdrückte, weil er gescheiterte oder kurz vor dem Abschluß stehende Verhandlungen vertuschen wollte.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Tommy George Thompson, Mitglied des Vorstands von Applied Digital, für einen großflächigen Einsatz der RFID-Chips in der US-Bevölkerung eingesetzt. Mit ihrer Hilfe sollte Ärzten der Zugriff auf Krankendaten von Patienten erleichtert werden, um so Fehlbehandlungen zu verhindern.

Tatsächlich dürfte es sich hier um weit mehr als nur die feuchten Träume eines Unternehmens handeln. Thompson war während der ersten Amtszeit von US-Präsident George W. Bush in dessem Kabinett Gesundheitsminister. Hieraus ergibt sich zweifellos eine „gute Beziehung“ zur US-Regierung. Einigen Spekulationen zufolge gilt er für die nächste, 2008 beginnende Amtszeit sogar selbst als Anwärter für das Präsidentenamt.

Zwar haben die Funksignale von RFID-Chips üblicherweise nur eine geringe Reichweite von höchstens einigen Metern, diese ließe sich durch entsprechende technische Maßnahmen auf Seiten der Empfänger aber zweifellos erhöhen. Bedeutender ist allerdings die Befürchtung, daß zumindest öffentliche Gebäude - hier sei nur an die ohnehin schon unter Beobachtung des US-"Heimatschutzministeriums" stehenden Büchereien erinnert - mit der entsprechenden Technologie ausgerüstet werden könnten. Bei entsprechend flächendeckender Verteilung von automatischen Lesegeräten könnte so unbemerkt und vollautomatisch ein vollständiges Profil angefertigt werden, wann jeder Mensch sich wo aufgehalten hat.



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