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Vertreibungspolitik

Israel gegen Palästinenser

03.07.2006  






Seit Tagen ist die rücksichtslose Eskalationspolitik hinsichtlich des von palästinensischen Kämpfern gefangengenommenen israelischen Soldaten Gilad Shalit bemerkenswert.

Gleichgültig, wie viele israelische Zivilisten dabei ermordet wurden, führte in der Vergangenheit kaum ein palästinensischer Anschlag auf israelische Zivilisten zu einem solch ungezügelten Wutausbruch der israelischen Regierung und des israelischen Militärs. Israel betont dabei immer wieder, daß nur "alles" unternommen werde, um Shalits Freilassung zu erreichen.

Objektiv betrachtet könnte Israel kaum effektiver daran arbeiten, eben dies so unwahrscheinlich wie nur möglich zu machen. Mit jeder neuen israelischen Rakete und Granate, die auf palästinensischem Gebiet einschlägt, mit jeder neuen Drohung gegen die von der palästinensischen Bevölkerung mehrheitlich gewählten Regierung wird die Feindseligkeit der Palästinenser gegenüber den israelischen Besatzern geschürt und ihre Entschlossenheit gestärkt.

Auf den ersten Blick könnte vermutet werden, daß diese unbändige Wut Israels aus der Schmach resultiert, daß es palästinensischen Kämpfern gelungen ist, einen israelischen Beobachtungsposten anzugreifen und einen der dort eingesetzten israelischen Soldaten gefangenzunehmen. Betrachtet man allerdings das Vorgehen des israelischen Militärs genauer, so scheint es sich hier keineswegs um durch blinde Wut geleitete, sondern vielmehr sehr zielgerichtete Handlungen zu handeln.

Am Montag zitierte die australische "The Age" den israelischen Premierminister Ehud Olmert mit den Worten: "Ich übernehme die persönliche Verantwortung für das, was in Gaza geschieht. Ich will, daß niemand in Gaza in der Nacht Schlaf findet. Ich will, daß sie wissen, wie das ist." Er bezog sich damit auf den andauernden Beschuß des Gaza-Streifens durch israelische Artillerie und die tieffliegenden israelischen Kampfflugzeuge, die über dem Gaza-Streifen die Schallmauer durchbrechen und so den bekannten Knall erzeugen.

Schon die Zerstörung mehrerer Brücken und insbesondere des einzigen Elektrizitätswerks richteten sich offensichtlich gegen die palästinensische Zivilbevölkerung. Am Sonntag berichtete AP, daß israelische Soldaten ein palästinensisches Krankenhaus in der Stadt Nablus unter Einsatz von Blendgranaten und Tränengas gestürmt hatten. Vorgeblich suchten sie nach einem Palästinenser, der vor zwei Wochen bei einem israelischen Angriff auf das Flüchtlingslager Balata verletzt worden sei. Ärzte und Schwestern mußten sich nach eigenen Angaben während des Angriffs auf das Krankenhaus auf den Boden legen.

Am Montag nun berichtete AP, daß israelische Panzer und Planierraupen östlich der Stadt Khan Younis in den Gaza-Streifen eingedrungen sind und dort Ackerland umpflügten. Spätestens diese Maßnahme richtet sich ganz offensichtlich einzig und allein gegen die Menschen im Gaza-Streifen, die die landwirtschaftlichen Erträge für ihr Ernährung benötigen.

Nachdem Israel den Menschen also bereits den Strom und damit auch das Wasser und den Schlaf genommen hat, wird ihnen nun auch die Nahrung genommen.

Will man der israelischen Führung nicht unterstellen, sie plane so einen gezielten Völkermord durch aushungern der Menschen, so kann die Schlußfolgerung nur lauten, daß sie letztendlich aus dem Gaza-Streifen vertrieben werden sollen.



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