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Kurzzeitgedächtnis

"Hajji Girl" soll veröffentlicht werden

04.07.2006  






Der Spielfilm "Sag niemals nie" (im Original "Never say never again") aus dem Jahr 1983 ist aus mehreren Gründen bemerkenswert.

An erster Stelle ist hier sicherlich zu nennen, daß es sich eben nicht um einen Film aus der "James Bond"-Reihe handelte. Vielmehr war es das Ergebnis eines Gerichtsverfahrens zwischen dem Drehbuchautor und Produzenten Kevin McClory und dem Studio United Artists, in dem sich McClory das Recht erstritt, einen solchen Film zu drehen. Teil der gerichtlichen Einigung war es aber auch, daß dieser Film nur ein Remake des Films "Feuerball" ("Thunderball") aus dem Jahr 1965 war.

In der "offiziellen" Reihe wurde die Rolle des James Bond bereits seit 1973 ("Leben und sterben lassen" - "Live and let Die") von Roger Moore gespielt. In "Sag niemals nie" übernahm jedoch erneut Sean Connery diese Rolle. Nach den Dreharbeiten zu "Diamantenfieber" ("Diamonds are forever") soll Connery gesagt haben, er werde "niemals wieder" die Rolle des James Bond spielen. Sein 12 Jahre später zu sehender Sinneswandel führte denn auch zu dem Titel "Sag niemals nie".

Was bei Connery noch 12 Jahre in Anspruch nahm, dauerte bei dem US-Soldaten Joshua Belile gerade einmal zwei Wochen. Nach der weltweiten Entrüstung über ein im Internet veröffentlichtes Video, in dem er das von ihm verfaßte Lied "Hajji Girl" offenbar vor einer Anzahl von Soldaten vortrug, hatte er sich anscheinend unmißverständlich ausgedrückt. "Ich entschuldige mich für jegliche Gefühle, die möglicherweise in der muslimischen Gemeinschaft verletzt wurden. Dieses Lied wurde in guter Laune geschrieben und zielte nicht auf irgendeine Partei im In- oder Ausland", so Belile Mitte Juni. "Ich werde dieses Lied nie wieder spielen."

Am Montag nun berichtete allerdings AP, daß Belile offenbar nicht nur weiter mit "Hajji Girl" auftreten will, sondern sogar eine professionelle Studioaufnahme des Liedes geplant hatte. Die Aufnahme sollte bei "Hits Music Studios" in Spencer im US-Bundesstaat North Carolina erfolgen und in der konservativen Radiosendung "Mike Church Show" veröffentlicht werden, berichtete Jimm Mosher, Mitinhaber des Studios. In der vergangenen Woche habe Belile dann dann angerufen und die Aufnahme abgesagt.

"Er rief uns an und sagte, er könne die Aufnahme derzeit nicht machen", so Mosher. "Ich hatte den Eindruck, daß ihm von oben untersagt wurde, das Lied aufzunehmen."

Belile plane aber weiterhin, das Lied aufzunehmen, offenbar, nachdem er das US-Militär am Ende seiner fünfjährigen Dienstzeit im Oktober des kommenden Jahres verlassen haben wird.

"Wir wollen es aufnehmen und produzieren", sagte Mosher. "Ich finde, es erzählt eine großartige Geschichte."

Die Geschichte eines US-Soldaten, der ein irakisches Mädchen als menschliches Schutzschild benutzt und eine ganze Familie erschießt.

Die Pläne, dieses Lied aufzunehmen und zu veröffentlichen gehen angesichts der Tatsache, daß derzeit der US-Soldat Steven D. Green vor Gericht steht, weil ihm vorgeworfen wird, in der irakischen Stadt Mahmoudiyah eine Woche lang ein 15 Jahre altes irakisches Mädchen beobachtet, dann ins Haus ihrer Eltern eingedrungen, dort Vater, Mutter und 5 Jahre alte Schwester erschossen und anschließend das Mädchen gemeinsam mit weiteren Soldaten vergewaltigt und am Ende ebenfalls erschossen zu haben weit über "verletzte Gefühle" hinaus.



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