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Dumm gelaufen

Die neue Liste der meistgesuchten Iraker

07.07.2006  






Anfang Juli veröffentlichte die "irakische Regierung" - also die US-Besatzer - eine neue Liste der "meistgesuchten Iraker".

An oberster Stelle der Liste, mit einem Kopfgeld von 10 Millionen US-Dollar für seine Ergreifung, wird nun - kaum überraschend, wird ihm doch schon seit längerem die Unterstützung und Führung des irakischen Widerstands gegen die Besatzer vorgeworfen - der frühere Vizepräsident des Revolutionären Kommandorates aufgeführt.

Bemerkenswert ist aber sicherlich auch, daß sich mehrere Familienmitglieder des durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA gegen den Irak gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein ebenfalls auf dieser Liste wiederfinden. Hierzu gehören auch seine Tochter Raghad Saddam Hussein und seine Ehefrau Sajida Khairuallah Tulfah Hussein. Auch wenn beiden enge Verbindungen zu "Terroristen" im Irak vorgeworfen wird, so scheint doch offensichtlich, daß es sich hier eher um einen weiteren Versuch der Sippenhaft im Irak handelt. Zwar war diese in der Vergangenheit eher angewandt worden, um die Aufgabe gesuchter Personen zu erwirken, es ist allerdings sicherlich nicht auszuschließen, daß Saddam Husseins Willen in dem "Gerichtsverfahren" gegen ihn so gebrochen werden soll. Während Husseins Tochter sich derzeit als Flüchtling in Jordanien aufhält, befindet sich seine Ehefrau vermutlich in Qatar - beides kaum die geeigneten Standorte, um den Widerstand im Irak wie ihnen angelastet zu unterstützen.

Nummer 30 auf der Liste ist Abu Ayyub al-Masri, auch Abu Hamza al-Muhajir oder auch Sharif Hazaa. In einer vorgeblichen "Al-Qaida-Audiobotschaft" war al-Muhajir nach dem von den USA verkündeten Tod von "Abu Musab al-Zarqawi" zum neuen Anführer von "Al-Qaida im Irak" ernannt worden.

Am Donnerstag berichtete Aljazeera allerdings unter Berufung auf die ägyptische Zeitung Al-Masri al-Yawn, daß der ägyptische Anwalt Mamduh Ismail ausgesagt hat, al-Muhajir noch vor wenigen Tagen beim Besuch einiger seiner Mandanten in einem ägyptischen Gefängnis gesehen zu haben. Al-Muhajir wird Ismail zufolge bereits seit sieben Jahren in dem Gefängnis Tura in Kairo gefangengehalten.

"Sharif Hazaa ist im Tura-Gefängnis und ich traf ihn vor zwei Tagen, während ich einige meiner Mandanten besuchte", so Ismail gegenüber der Zeitung.

Das US-Militär wollte derzeit keinen Kommentar zu dem Bericht abgeben, dies müsse erst "mit der ägyptischen Regierung geklärt werden."

Noch weitaus entscheidender als die Peinlichkeit, daß ein vorgeblich so bedeutender "Terrorist" sich bereits seit Jahren in ägyptischer Gefangenschaft befindet, ist die Tatsache, daß dies, sollte sich Ismails Behauptung bewahrheiten - wobei es allerdings unwahrscheinlich scheint, daß dies an die Öffentlichkeit dringen würde, weitaus wahrscheinlicher ist ein einvernehmliches Dementi in einigen Tagen - ein überdeutlicher Hinweis auf die wahren Hintergründe von "Al-Qaida" wäre. Es ist kaum vorstellbar, daß eine "Terrororganisation" einen Mann zu ihrem "Vertreter im Irak" ernennt, obwohl seit mindestens sieben Jahren der Kontakt mit ihm aus offenkundigen Gründen unmöglich war - außer der Wissenstand dieser "Terrororganisation" bewegt sich auf dem gleichen Niveau wie jener des US-Militärs und der US-Geheimdienste.



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