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Folgen der Besatzung

Unterernährung im Irak greift um sich

12.07.2006  






Am Dienstag lieferte die zu den Vereinten Nationen gehörende IRINNews einen weiteren Beleg für die aufgrund des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges und der Besatzung durch die USA massiv verschlechterte Situation der irakischen Bevölkerung.

Schon allein die Tatsache, daß noch immer, nach über drei Jahren der Besatzung, selbst in der irakischen Hauptstadt Baghdad die Stromversorgung derart mangelhaft ist, daß die Menschen täglich nur rund 4 Stunden lang Strom erhalten - und dies bei Außentemperaturen von fast 50 Grad Celsius - könnte kaum deutlicher belegen, was von den vorgeblichen Bemühungen um den Wiederaufbau des Landes zu halten ist. Selbst unter den wiederum von den USA initiierten strengsten Sanktionen gegen den Irak gelang der Regierung unter Saddam Hussein der Wiederaufbau des Landes nach dem ersten Krieg der USA gegen den Irak im Jahr 1991 innerhalb weniger Monate.

Schon diese mangelnde Stromversorgung trifft die Ärmsten des Landes am härtesten, da sie nicht in der Lage sind, sich mittels eines eigenen Stromgenerators zu versorgen. Noch weitaus schwerwiegender ist allerdings die nun berichtete gravierende Verschlechterung der staatlichen Lebensmittelhilfen. Einer Studie des Brookings Institute im vergangenen Jahr zufolge bezogen 60 Prozent der irakischen Bevölkerung regelmäßig Lebensmittelhilfen. 25 Prozent der Bevölkerung - etwa 6,5 Millionen Menschen - waren demnach von den Hilfen "hochgradig abhängig", um sich zu ernähren.

"Seit dem Fall der früheren Regierung haben sich die monatlichen Lebensmittelhilfen hinsichtlich der Qualität verschlechtert", sagte Ahmed Abd al-Lattif, ein leitender Beamter im "irakischen Handelsministerium". "Aber von jetzt an werden wir es sehr ernst meinen und nur Produkte akzeptieren, die Qualitätskontrollen in unseren Laboren bestehen." Im Zuge dieser Bemühungen seien seit Januar etwa 500.000 Tonnen Lebensmittel zurückgewiesen, zerstört oder an Lieferanten zurückgeschickt worden, weil sie von schlechter Qualität oder ihr Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen war.

Ausschlaggebend war demnach eine große Anzahl von Berichten aus Krankenhäusern, denen zufolge es eine große Zahl von Erkrankungen durch Lebensmittelvergiftungen und Unterernährung gab. Eine Untersuchung der Fälle ergab, daß sie überwiegend durch verdorbene oder nicht ausreichende Lebensmittelhilfen verursacht worden waren. Ab diesem Monat würden daher Lebensmittelimporte strengen Qualitätskontrollen unterzogen, so al-Lattif.

Es ist bezeichnend, daß derartige Maßnahmen über Jahre hinweg von den Besatzern nicht ergriffen wurden. Nicht nur die Qualität, sondern auch die Quantität der Lebensmittelhilfen stellt allerdings für die Bedürftigen ein zunehmendes Problem dar.

"Unter der früheren Regierung waren die Lebensmittelhilfen von guter Qualität und enthielten 12 Artikel, die die gesamte Bevölkerung ernährten", so al-Lattif. "Aber heute - jetzt wo der Irak als ein 'freies Land' betrachtet wird - hat sich die Lage verschlechtert und einige Lebensmittel wurden von der Liste gestrichen." Seiner Aussage zufolge werden mittlerweile nur noch vier der ursprünglich 12 in den monatlich verteilten Paketen enthaltenen Waren in den heutigen Lebensmittelhilfen an die Menschen ausgeliefert. Vor der Eroberung des Iraks durch die USA bestanden diese Hilfen pro Person aus 200 Gramm Tee, 250 Gramm Kichererbsen, 125 Gramm Bohnen, 125 Gramm Linsen, 1 Kilogramm Pflanzenfett oder -öl, 2 Kilogramm Zucker, 3 Kilogramm Reis, 8 Kilogramm Mehl, 125 Gramm Milchpulver, 100 Gramm Jodsalz, 6,8 Kilogramm Babynahrung, 2 Stück Seife und 500 Gramm Waschpulver.

Heute finden sich hiervon al-Lattif zufolge nur noch Zucker, Reis, Mehl und Pflanzenöl in den Lebensmittelpaketen. Zwar enthalten die Pakete nun beispielsweise Kekse, diesen fehlen aber die von Kindern für ihr Wachstum benötigten Vitamine und Proteine, so Dr. Khalil Mehdi, Sprecher des Ernährungsinstituts des "irakischen Gesundheitsministeriums".

Verbliebene Lebensmittelhilfen im Irak

Nicht nur, daß große Teile des Iraks durch den Einsatz von Uranmunition seitens des US-Militärs hochgradig verseucht wurden, was zu zahlreichen Mißbildungen bei Neugeborenen führt, ein großer Teil der Kinder kann also - mit den entsprechenden Folgen für ihre Gesundheit - auch nicht angemessen ernährt werden. Angesichts der Milliarden, die die USA jeden Monat für die anhaltende Besatzung des Iraks ausgeben nähmen sich die notwendigen Ausgaben, um die irakische Bevölkerung so mit Lebensmitteln zu versorgen, wie dies vor der Eroberung des Landes geschehen ist, geradezu verschwindend gering aus.





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