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Terror in Palästina

Israel bombardiert Wohnhaus

12.07.2006  






Wie beispielsweise Aljazeera am Mittwoch berichtete, wurden bei Angriffen des israelischen Militärs im Gaza-Streifen 23 Menschen getötet.

Nach israelischer Darstellung galt die Bombardierung des dreistöckigen Hauses am nördlichen Rand von Gaza dem seit 10 Jahren "meistgesuchten" - offensichtlich die Umschreibung für den Versuch seiner Ermordung - Muhammad Daif. Während Daif Berichten zufolge verletzt wurde - was von der Hamas wiederum bestritten wird - wurden in dem Haus nach Auskunft von Ärzten 9 Menschen getötet. Dabei handelte es sich demnach um einen örtlichen Anführer der Hamas, "Nabil Abu Selmeya", dessen Ehefrau und 7 Söhne und Töchter im Alter zwischen 4 und 18 Jahren. 23 weitere Menschen wurden verwundet.

Ein Sprecher des israelischen Militärs sagte, das Treffen Daifs mit "Abu Selmeya" sei ein klares Indiz dafür, daß die Bewohner als "menschliche Schutzschilde" benutzt werden sollten. Wenn das israelische Militär auch schon vor der Bombardierung dieser Ansicht war - und davon ist bei einem dreistöckigen Gebäude zweifellos auszugehen - so handelt es sich hier ganz offensichtlich um ein erneutes schweres Kriegsverbrechen, da hier ganz bewußt eine große Zahl ziviler Opfer, darunter zahlreiche Kinder - in Kauf genommen wurden.

Bemerkenswert sind hier sicherlich auch Berichte palästinensischer Ärzte, die mutmaßen, daß das israelische Militär in Gaza chemische Waffen einsetzt. In das Leichenschauhaus eingelieferte Leichen zeigten "ungewöhnliche Verbrennungen"

"Selbst die Körper von Verwundeten wurden fast vollständig verbrannt. Sie wurden auf eine äußerst schreckliche Art deformiert, die wir nie zuvor gesehen haben", sagte Dr. al-Saqqa vom Krankenhaus Shifa gegenüber Aljazeera. "Wenn wir versuchen, die Leichen zu röntgen, finden wir keinen Hinweis auf Splitter, die den Menschen getötet haben", fügte er hinzu. Es scheine, die Körper seien durch eine Chemikalie verbrannt worden. "Wir sind sicher, daß Israel in der neuen Operation eine neue chemische oder radioaktive Waffe einsetzt." Tatsächlich erinnert dies nur zu deutlich an erste Berichte über den US-Angriff auf die irakische Stadt Fallujah. Dort setzte das US-Militär weißen Phosphor ein.

Am Mittwoch kam es aber noch zu einer weiteren Eskalation in der Region. Kämpfer der Hizb Allah feuerten Raketen und Mörsergranaten über die Grenze, überquerten dann vom Libanon aus die Grenze nach Israel, griffen dort zwei Humvees des israelischen Militärs an und töteten 3 Soldaten und nahmen 2 weitere gefangen. Infolge dieses Angriffs überquerten israelische Einheiten die Grenze in den Libanon. Hierbei fuhr ein israelischer Panzer auf eine Mine, wobei 4 weitere israelische Soldaten getötet wurden. Ein weiterer israelischer Soldat wurde bei der Sicherung des zerstörten Panzers getötet.

In der Zwischenzeit ist das israelische Militär zur Befreiung der "entführten" Soldaten in den Libanon eingedrungen und hat dort zahlreiche Ziele - darunter wie schon bei dem Angriff auf den Gaza-Streifen auch Brücken und das größte Elektrizitätswerk im Südlibanon - bombardiert. Spätestens die Bombardierung des Elektrizitätswerk ist auch hier wiederum als israelisches Kriegsverbrechen zu bezeichnen.

Während es sich bei dem Angriff der Hizb Allah zweifellos um einen aggressiven Akt handelt, wird dieser im Gaza-Streifen doch vielfach gefeiert, erhofft man sich dort doch eine „Ablenkung“ der israelischen Angreifer. Die Tatsache, daß Israel auch in diesem Fall wieder mit einem massiven militärischen Angriff reagiert statt wie in der Vergangenheit auf Verhandlungen zur Freilassung der Gefangenen zu setzen, läßt für die Zukunft das schlimmste befürchten. Derzeit scheint jeder Tag eine weitere Eskalation der Situation - gleichgültig von welcher Seite - zu bringen. Es dürfte nur noch wenige Drehungen der Gewaltspirale erfordern, um eine unumkehrbare, gewaltige Explosion der Lage zu bewirken.



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