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Schweigen

Kein Aufschrei wegen Vorgehen Israels

16.07.2006  






Das Verhalten des UN-Sicherheitsrats - das allerdings vorrangig auf das Ausüben des Vetorechts seitens der USA zurückzuführen ist - als auch der Mehrzahl der "westlichen" Medien könnte kaum deutlicher die weitverbreiteten Vorurteile eines „Freibriefs“ für Israel bestätigen.

Schon die andauernden, verheerenden Luftangriffe der israelischen Luftwaffe zuerst im Gaza-Streifen, nun aber auch insbesondere im Libanon auf zivile Ziele und auch ganz offensichtlich auf Zivilisten, sind Angriffe, die fundamentalen Grundsätzen der Genfer Konventionen derart widersprechen, daß ihre Verurteilung unumgänglich scheint. Tatsächlich betonen beispielsweise die USA allerdings immer wieder das "israelische Recht zur Selbstverteidigung". Sie vergessen hierbei nur zu erklären, was die Bombardierung von Kraftwerken, Wohnbezirken oder Flüchtlingskonvois mit "Selbstverteidigung" zu tun hat.

Am Freitag berichtete die Süddeutsche, daß bei einem israelischen Bombardement des libanesischen Ortes Shoher drei Mitglieder einer deutschen, aus Mönchengladbach stammenden Familie getötet wurden, darunter ein 14 Jahre altes Mädchen und eine schwangere Frau.

Am Sonntag nun berichtete AP, daß 8 Mitglieder einer kanadischen Familie bei einem israelischen Luftangriff auf den libanesischen Ort Aitaroun getötet worden sind. Nach Auskunft des kanadischen Außenministers Peter MacKay wurden 6 weitere kanadische Bürger schwer verletzt.

Sowohl die kanadische als auch die deutsche Familie befanden sich auf Urlaubsreisen im Libanon und besuchte dort Verwandte.

Während der kanadische Außenminister zumindest offiziell erklärte, daß Staatsbürger seines Landes im Libanon durch israelische Angriffe getötet wurden, hüllt sich das deutsche Außenministerium dahingehend weiter in Schweigen. In einem am Samstag veröffentlichten Artikel rief der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier allein zu einer "Deeskalation" der "durch die jüngsten Hizb-Allah-Angriffe auf die israelisch-libanesische Grenze sowie die Entführung zweier israelischer Soldaten ausgelösten Spirale der Gewalt" auf.

Zwar können auch die unterschiedslosen Raketenangriffe der Hizb Allah auf israelische Städte nur als schwerwiegende Kriegsverbrechen bezeichnet werden, die Tatsache, daß der überwiegende Teil der "westlichen Welt" sich allerdings hinsichtlich der Kriegsverbrechen der israelischen Seite bisher bestenfalls zurückhaltend kritisch zeigt, kann nur als eindeutige Parteinahme zugunsten Israels bezeichnet werden.

Wer für derartige Verbrechen gegen das Völkerrecht auch nur durch Unterlassung Partei ergreift, macht sich zweifellos zumindest moralisch an eben diesen Verbrechen mitschuldig.



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