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Argumentationsverstärker

Bewaffnete Richter in New York

21.07.2006  






Das Bild eines ebenso wütend wie verzweifelt mit seinem Holzhammer auf seinen Tisch einprügelnden US-Richters, in der - irrigen - Hoffnung, den Gerichtssaal wieder zur Raison zu bringen, ist in zahllosen Spielfilmen und Büchern verewigt.

Ausgerechnet in New York, weit entfernt von waffenfixierten "Wilden Westen", könnte ein Richter in Zukunft mit ganz anderen Mitteln versuchen, Angeklagte, Zeugen oder Zuschauer "zur Ruhe" zu bringen.

Wie CNN am vergangenen Samstag berichtete, hat das Beratungskomitee für Ethikfragen in der Justiz des US-Bundesstaates New York auf Anfrage eines Richters erklärt, daß aus ihrer Sicht nichts dagegen spräche, daß ein Richter eine Schußwaffe mit in den Gerichtssaal bringt.

"Vom ethischen Standpunkt gibt es kein Verbot ... das einen daran hindert, eine Schußwaffe zu tragen, während man seine Pflicht auf der Richterbank erfüllt", so das Komitee.

Allerdings sah auch das Komitee durchaus die Gefahr, daß ein Richter möglicherweise eben jene Schußwaffe einsetzen könnte, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Das Komitee warnte, ein Richter müsse "geduldig, würdevoll und höflich" sein und sich "auf eine Art benehmen, die das öffentliche Vertrauen in die Integrität und Unparteilichkeit der Justiz stärkt". Außerdem hät es das Komitee für "ratsam", Ądie Schußwaffe während der Zeit auf der Richterbank verborgen und gesichert zu tragen".

Tatsächlich könnte es Angeklagte wie Zeugen doch zumindest irritieren, würde ein Richter während der Verhandlung gedankenverloren seinen offen auf seinem Tisch liegenden Colt Magnum tätscheln. Allein das Wissen um das Vorhandensein einer solchen Waffe ist allerdings ebenfalls kaum förderlich.





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