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Nachrichten, die man nicht überall findet.





Die Chance in der Krise

Perspektiven eines eskalierenden Krieges

22.07.2006  


Yavuz Özoguz




Der Dritte Weltkrieg hat wohl endgültig angefangen, und am Ende werden wir diese Welt kaum wiedererkennen. Aber in jeder Krise, sei sie noch so groß, steckt auch eine Chance eine Chance, die wir nutzen sollten.

Viele aufrichtige Menschen dürstet es dieser Tage nach alternativen Nachrichten und es erschreckt sie, wie einseitig doch so viele unterschiedliche Medien in der westlichen Welt ein und dasselbe mit verschiedenen Worten beschreiben: Der Zionismus hat immer Recht, der Zionismus wird immer gewinnen, und der Zionismus ist mit allen Mitteln zu verteidigen, ohne Rücksicht auf Recht und Gerechtigkeit, und wer den Zionismus angreift, ist ein Antisemit; so oder so ähnlich mag es dem Leser inzwischen aus den Ohren heraushängen und er wundert sich nur noch, daß die Nachrichten, die er hört, so gar nicht zusammenpassen wollen. Aber ist das nicht eine riesige Chance sich von gleichgeschalteten Einheitsmedien zu befreien?

Auf der einen Seite wird berichtet, daß Israel inzwischen die Hälfte aller Hizb Allah-Kapazitäten ausgeschaltet hätte und auf der anderen Seite rufen die Botschafter Israels in Europa dringend nach NATO-Hilfe, um die Hizb Allah zu entwaffnen. Die gleiche Armee, die in nur sechs Tagen die Armeen von gleich drei Ländern vernichtete, kommt militärisch kein Stück voran und ist moralisch am Ende, woran selbst die Medien kaum etwas ändern können. Die USA hat keine Kapazitäten mehr um zu helfen, denn die sind schon alle im Irak gebunden und wissen sich kaum selbst zu helfen. Zwei eng miteinander verbundene Länder führen zwei völkerrechtswidrige Kriege und sind in der Papierform jeweils dem unterdrückten Gegner in jeder Hinsicht haushoch überlegen. Aber dennoch können sie die so leicht geglaubte Unterdrückung nicht aufrechterhalten ohne massive eigene Verluste. Israelische Hubschrauber haben zum Beispiel die Eigenart, nie abgeschossen zu werden, sondern nur dann auf Feindesland zu stürzen, wenn sie gegeneinanderprallen. Und der Hizb Allah-Chef Seyyid Nasrallah hat im iranischen Sender IRIB angekündigt, daß seine Truppen noch gar nicht richtig losgelegt haben. Sicher, für manchen mag das wie Kriegspropaganda klingen, aber der israelfreundliche Journalist Ulrich Sahm sagte zu Nasrallahs Äußerungen in n-tv sinngemäß: Israel hat schon mehrfach bitter erfahren, daß Nasrullah seinen Worten Taten folgen läßt. Auch Deutschland wird um Hilfe gerufen und daß die Türkei auch in der NATO ist, wurde möglicherweise bei dem Hilferuf an die NATO vergessen, denn die Einstellung der Türkei zu Israels Feldzug kann jeder in der türkischen Berichterstattung verfolgen: Israel gilt im Volk und in den Medien als Feind auch der Türkei! Besteht hier nicht die einmalige Chance zu erkennen, daß die NATO heutzutage nur ein Aggressionsbündnis ist, um diese Kriegsbündnisse des Unrechts zu überwinden?

In der UN wurde über den Fall Israel debattiert und es gab eine Verurteilung des Sicherheitsrats, der durch ein US-Veto verhindert wurde. Wird es nicht Zeit zu erkennen, daß das weder mit Freiheit noch mit Demokratie zu tun hat, wenn die größten Verbrecher unserer Zeit einen Freibrief erhalten, jedes Verbrechen Dank Veto-Recht abzusegnen? Ist es nicht die Gelegenheit zu erkennen, daß der UN-Sicherheitsrat nur der verlängerte Arm eines globalen Unterdrückersystems ist?

Die Türkei hat mit der gleichen Begründung, wie sie Israel vorgegeben hat, einen Irak-Feldzug angekündigt. Die "Weltgemeinschaft" hat protestiert. Jetzt könnte man grundsätzlich die Frage stellen: Hat jedes Land der Erde, dessen zwei Soldaten nach eigenem Empfinden entführt werden, das Recht, das Entführerland 20 Jahre zurück zu bomben? Wenn ja, dann wird die Welt in ein nie endendes Chaos versinken und Israel wäre das erste der Länder, das dann gleich von mehreren Seiten bombardiert werden müßte. Wenn nein, gibt es dann einmal mehr Sonderrechte für Israel? Ist das nicht die einmalige Chance zu erkennen, daß eine Welt mit Rassismus, eine Welt mit Sonderrechten, eine Welt mit derartiger Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit überwunden werden muß?

Jeder Kritiker Israels wird mit der Antisemitismus-Keule verbal niedergeschlagen, dieser Tage mehr als je zuvor. So sehr hängt die Existenz eines rassistischen Israels an den Hitler-Verbrechen, daß selbst das leiseste Nachdenken darüber verhindert wird. Wäre es aber nicht einmal an der Zeit darauf hinzuweisen, daß die Balfour-Deklaration aus einer Zeit stammt, in der Hitler ein kleiner unbedeutender Soldat war, der sich gerade das Bein verletzt hatte und Herzls Buch "Der Judenstaat" aus einer Zeit stammt, in der Hitler noch nicht einmal angedacht war? Hitler war zweifelsohne ein größenwahnsinniger Verbrecher und sein Nazi-Regime grausames Unrecht, aber haben wir nicht gerade jetzt die Chance, das Unrecht in unserer heutigen Zeit zu bekämpfen?

Im Zuge der Rechtfertigung jedes israelischen Verbrechens erwecken manche zionistische Organisationen den Eindruck das alleinige Vertretungsrecht für alle Juden zu haben. Gerade dieser Tage aber melden sich weltweit (auch in Deutschland) immer mehr jüdische Einzelpersonen und Organisationen, welche sich nicht nur gegen die Verbrechen Israels wenden, sondern auch gegen die "offiziellen" Vertretungen der Juden. Ist es nicht an der Zeit zu erkennen, daß es Juden selbst sind, die diese Verbrechen nicht mehr mittragen wollen und jede Form von Rassismus und Antisemitismus deutlicher als bisher abzulehnen ist, auch den zionistischen Rassismus?

Deutsche Neonazis versuchen im Zuge der antiisraelischen Bewegungen der Muslime zumindest punktuell öffentliche "Beziehungen" herzustellen. Dabei ist sowohl das Konzept des Nationalismus als auch das Konzept des Sozialismus gescheitert und die Kombination von beidem hat viel Unheil über die Welt gebracht. Ist nicht auch der Zionismus ein "nationales" Konzept, das sich anfänglich "sozialistisch" gab? Wird es nicht Zeit für die "Rechten in Deutschland" zu erkennen, daß ihre Gesinnung keine menschliche Basis hat sondern nur Haß gegen andere Menschen aufbauen soll? Wird es nicht Zeit, daß die Menschen aller Lager zu ihrer Menschlichkeit zurückkehren?

Der Raubtierkapitalismus ist auch am Ende. Es ist nur eine Frage der Zeit. Wir wissen nicht, ob es noch 10 Jahre dauern wird oder keine 10 Monate mehr, aber das Grundkonzept ist gescheitert! Daher besteht die einmalige Chance, daß sich Menschen, die sich heute noch zu jenen Konzepten bekannten, sich davon abwenden und befreien. Wird es nicht Zeit zu erkennen, daß der Wucherzins eine Geißel der Menschheit ist, um sich davon zu befreien? Ist es nicht die Chance, von einer Verschuldungspolitik abzukehren in eine solide Politik der Vernunft? Wie wäre es mit einer Verfassung, die Verschuldung verhindert? Wäre das nicht eine neue Chance?

Diese Welt hat genügend Güter, um alle Menschen satt zu machen. Es gibt genügend Wissen und Möglichkeiten, um jeden natürlichen Durst zu stillen. Der menschliche Geist ist fähig genug, um selbst die Umweltprobleme zu bewältigen. Aber das bestehende raubtierkapitalistische System ist nicht die geeignete Basis, um die Menschen zu befriedigen. Ist das nicht die einmalige Chance, sich Gedanken über eine alternative Welt zu machen?

Heute sind die Stimmen der Unterdrücker offenbar die lautesten in den westlichen Medien. Der Zionismus hat allem Anschein nach all seine Propagandamaschinerie aufgefahren, um den militärischen Krieg auch propagandistisch zu stützen. Aber was geschieht, wenn der Zionismus verliert? Sicher, es erscheint geradezu unmöglich, daß die USA irgendwo ernsthaft verlieren und als Schutzmacht des Zionismus' scheitern. Aber was passiert, wenn das unmöglich Erscheinende doch eintrifft? Werden wir dann eine Welt voller Wendehälse haben? Ist es nicht die einmalige Chance zu erkennen, daß Unterdrückung niemals eine langfristige Perspektive bieten wird, unabhängig davon, von wem sie praktiziert wird und in wessen Namen?

Neben Juden bietet die Krise auch für Christen Chancen. Sie können erkennen, welche ihrer Anführer Kriegstreiber sind und welche sich um das Leben der Menschen sorgen. Sie können sehen, wer die Worte Jesu vertritt und wer im mißbrauchten Namen Jesu kriegerische Unterdrückung rechtfertigt. Ist das nicht die einmalige Chance, sich von falschen Kirchenoberhäuptern zu befreien? Ist das nicht die einmalige Chance, sich mit den Christen im Libanon zu solidarisieren, die sich jetzt hinter die Hizb Allah stellen? Ist es nicht die Chance zu erkennen, wo David steht und wo Goliath?

Aber auch für viele Muslime bieten sich enorme Chancen. Die Steinzeitmuslime der Taliban und Salafiten haben die letzten Tage sehen können, auf wessen Seite ihre "Schutzmacht" Saudi-Arabien steht. Und sie können sehr gut erkennen, wer Opfer der größten Aggression der Invasoren in die islamische Welt sind! Die ihnen vorgegaukelten "Chefs" wie USama sind in der Versenkung verschwunden (falls es sie noch gibt). Wird es nicht an der Zeit zu erkennen, daß sie mit ihrem Steinzeitislam auf eine böse Falle hereingefallen sind und der wahre Islam ein menschliches Antlitz hat, daß derzeit immer mehr Menschen in den Bann zieht. Wird es nicht Zeit für manche Muslime zu erkennen, daß ihre "nationalen" Gefühle irrsinnig sind und eine wahre Vorbildschaft unabhängig von Herkunft und Nation ist? Wird es nicht Zeit zu erkennen, daß die Einheit nur mit der Liebe zu den Ahl-ul-Bait möglich ist und die größten Gegner des Islam intensiver denn je die Anhänger der Ahl-ul-Bait bekämpfen?

Der Konflikt ist voller Chancen! Der umfassende Krieg ist wohl kaum noch aufzuhalten, denn der Zionismus hat sich wohl entschlossen eine Art "Endkampf" zu führen. Der Gegner aber ist Anhänger Imam Hussains und wird gegebenenfalls Kerbela wiederholen. So oder so haben weder die USA noch Israel irgendeine Chance mehr! Sie können die ganze Welt in Schutt und Asche bombardieren. Sie können mit Atomwaffen Millionen von Menschen gleichzeitig ermorden, aber sie können nicht mehr gewinnen! Diejenigen, die das frühzeitig erkennen, können versuchen zusammen mit dem Enkel von Imam Hussain eine neue gerechtere und friedvollere Welt vorzubereiten, so daß der von so vielen erwartete Erlöser bald kommen mag.





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