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Die "Fallujah-Option"

Israel sieht nur noch Feinde

28.07.2006  






Wie dpa am Freitag meldete, ist eine vom israelischen Militär an die Bevölkerung des Südlibanons gestellte Frist, aus der Region zu flüchten, um 10:00 Uhr Ortszeit abgelaufen.

Wider besseren Wissens - Hilfsorganisationen arbeiten sicherlich nicht der schönen Landschaft wegen in dem Gebiet - betrachtet Israel nun alle noch verbliebenen Menschen als "legitime Ziele", da sie nach israelischer Definition "mit der Hizb Allah in Verbindung" stehen.

"Jedes Fahrzeug, das sich in dieser Gegend nach 10:00 Uhr bewegt und jede Person, die sich entschließt, dieser Warnung nicht folgezuleisten, setzt sich und ihre Familie einer Gefahr aus", so eine von Israel kurz nach Ablauf der Frist verbreitete Erklärung. In einer weiteren über israelische Radiosender in libanesischer Sprache ausgestrahlten "Warnung" drohte Israel damit, libanesische Dörfer "vollständig zu zerstören", sollten von dort Raketen abgefeuert werden.

Da das israelische Militär nun offenbar die "Fallujah-Option" - das rücksichtslose Vorgehen gegen alles menschliche Leben mit allen verfügbaren militärischen Mitteln, wie dies die USA bei der Erstürmung der irakischen Stadt Fallujah taten - in der Grenzregion anwenden will, hätten die Vereinten Nationen Israel sicherlich kaum einen größeren Gefallen tun können, als die verbliebenen UN-Beobachter aus der Region abzuziehen, wie die UN heute infolge des tödlichen israelischen Angriffs auf einen der UN-Beobachtungsposten ankündigte. Damit ist die letzte mögliche neutrale Quelle für Berichte über mögliche weitere israelische Kriegsverbrechen in dem Gebiet versiegt. Über das derzeitige militärische Vorgehen Israels hinaus plant Israel aber nach eigenem Bekunden eine mehrere Kilometer breite "Pufferzone" im Südlibanon. Ungeachtet der Tatsache, daß dies angesichts der Reichweiten der Raketen der Hizb Allah völlig unzureichend wäre, bedeutet dies doch, daß die vertriebenen Menschen auf Dauer aus der Gegend vertrieben werden sollen. Der Begriff "ethnische Säuberung" kommt hier unwillkürlich in den Sinn.

Wie ernst es Israel mit der genannten Drohung - oder auch dem Willen, ausländische Augenzeugen aus der Region fernzuhalten - ist, zeigt erneut eine Meldung des Handelsblatts vom Freitag. Demnach wurde ein Hilfskonvoi des Roten Kreuzes, der Flüchtlinge aus dem bereits abgeschnittenen Dorf Rmeish in die Hafenstadt Tyre (Tyrus) bringen sollte, mit einer Rakete angegriffen, wobei mehrere Menschen verletzt wurden. Unter den Verletzten befinden sich auch zwei Mitarbeiter des deutschen Fernsehsenders N24, ein jordanischer Kameramann und ein libanesischer Fahrer. Beide trugen nach eigenen Angaben Splitterschutzwesten, so daß sie nur leicht verletzt wurden.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß die Meldung des Handelsblatts auf 17:07 datiert ist, N24 auf seiner Website aber selbst um 19:15 Uhr den Angriff noch mit keiner Silbe erwähnte.

Während der Australian es als "Warnung" an Syrien bezeichnete, daß das israelische Kabinett der Mobilmachung von 30.000 Reservisten zugestimmt hat, berichtete die libanesische Zeitung Al-Liwaa, eine israelische Drohne sei am Donnerstag in den syrischen Luftraum eingedrungen und dort von der syrischen Flugabwehr abgeschossen worden, woraufhin Israel die syrische Stellung angegriffen habe. Weitere Quellen für diesen Vorfall oder Informationen über die Folgen des israelischen Angriffs liegen bisher nicht vor. Sollte der Bericht zutreffen, so handelte es sich hierbei um die ersten kriegerischen Handlungen zwischen Israel und Syrien während des derzeitigen Krieges Israels gegen den Libanon.



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