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Panik-Promotion

Bombige Funde in Deutschland

01.08.2006  






Am Dienstag berichteten die Medien ebenso zahlreich wie unkritisch, daß in zwei deutschen Bahnhöfen beziehungsweise Zügen zwei Bomben gefunden und "rechtzeitig entschärft" worden seien.

Sowohl in Koblenz als auch in Düsseldorf waren im Fundbüro der Bahnhöfe gefundene Koffer abgegeben worden, die nach Öffnung zumindest den Eindruck erweckten, es handele sich um Bomben. In beiden Koffern befand sich nach Informationen der ARD ein zumindest sehr ähnlicher Inhalt, was von den Behörden allerdings bisher nicht offiziell bestätigt wurde. Demnach befanden sich in dem in Dortmund geöffneten Koffer eine Gasflasche mit 11 Litern Inhalt, die mit dem Gas Butan gefüllt war, Drähte, ein Wecker sowie 4,5 Liter Benzin - offenbar in einem weiteren Gefäß, vermutlich einem Kanister. Ob es sich hier um eine funktionsfähige Bombe gehandelt hat, ist derzeit allerdings völlig unklar. "Dies müssen die weiteren Ermittlungen des Landeskriminalamtes ind Düsseldorf ergeben", so der zuständige Staatsanwalt Henner Kruse bei einer Pressekonferenz. Bei der "Entschärfung" sei der "Zündmechanismus" beschädigt worden, so daß weitere Ermittlungen "schwierig" seien, sagte er.

Berichten zufolge erfolgte die "Entschärfung" durch die "Zerstörung" des Weckers mit einem "Wassergewehr". Schon diese Vorgehensweise weckt sicherlich ernste Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Gefahr durch die "Bombe".

Tatsächlich scheinen grundlegende Zweifel an der von Medien und Behörden aufgebauten Gefahrenlage mehr als angebracht. Bemerkenswert ist, daß kein Bericht eine zusätzliche Sprengkapsel oder eine ähnliche, von dem Wecker auszulösende Vorrichtung erwähnt. Ein voller Benzinkanister stellt allerdings eher eine niedrige Gefahr dar, da nur die Benzindämpfe entzündlich sind, eine Explosion hier also kaum zu erwarten wäre. Das gleiche gilt für die Gasflasche. Da eine Explosion des Butans eine Reaktion mit Sauerstoff ist, ist hier neben einem Zündfunken eben auch Kontakt mit Umgebungsluft notwendig. Auch hier würde ein Wecker allein keineswegs ausreichen, da zusätzlich und in gewissem zeitlichen Abstand vor dem Zündfunken die Flasche automatisch geöffnet werden müßte. Hinzu kommt, daß beide Stoffe im Vergleich mit relativ leicht herzustellenden Sprengstoffen eine geringe Sprengkraft entwickeln, so daß auch unter diesem Aspekt ein Anschlag zumindest unwahrscheinlich scheint.

Sicherlich kann nicht ausgeschlossen werden, daß hier tatsächlich der Versuch unternommen worden ist, Anschläge auf die Bahnhöfe zu verüben, den bisher bekanntgegebenen Informationen zufolge scheint die erzeugte Angst vor Anschlägen allerdings stark übertrieben.





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