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Terror-Kinder

Britische Kinder von Polizei verhaftet

05.08.2006  






Einem Bericht der britischen Daily Mail vom 23. Juli zufolge wurden in dem britischen Ort Halesowen in der Region West Midlands drei 12-jährige Kinder von der örtlichen Polizei festgenommen und mit allen zur Verfügung stehenden Maßnahmen behandelt.

Die zwei Mädchen und ein Junge Katy, Amy und Sam waren der Polizei zwar nie zuvor aufgefallen und werden von ihren Eltern als "artig" und "ruhig" beschrieben.

Die Polizisten sahen dies aber anders. Nach ihrer Festnahme wurden ihnen ihre Schuhe weggenommen und sie wurden bis zu zwei Stunden in Gefängniszellen eingesperrt. Außerdem wurden Verbrecherphotos von ihnen angefertigt und DNS-Proben genommen. Ursprünglich planten die Polizisten, die Kinder wegen Sachbeschädigung anklagen zu lassen, ließen dies aber letztlich fallen und erteilten ihnen nur einen polizeilichen Verweis, was einer Freilassung auf Kaution bei Jugendlichen entspricht. Dies reicht aus, um die von den Kindern gesammelten Daten auch die DNS-Daten fünf Jahre lang aufzubewahren. Falls in der Zwischenzeit nicht das entsprechende Gesetz geändert und eine unbeschränkte Aufbewahrung zugelassen wird.

Die Eltern berichteten, daß ihre Kinder durch die Behandlung der Polizei traumatisiert wurden. So sagte die Mutter von Amy, daß ihre Tochter sich eine Woche lang weigerte, in ihrem eigenen Bett zu schlafen. Sams Vater sagte, sein Sohn sei mit roten und verschwollenen Augen aus der Zelle gekommen, als er schließlich freigelassen wurde, da er geweint habe. Außerdem habe Sam seit seiner Verhaftung Schlafprobleme.

Während Sams Vater einen Beschwerdebrief an die Polizei geschrieben hat, steht diese auf dem Standpunkt, richtig gehandelt zu haben.

Stuart Johnson, Leiter der Polizeidienststelle in Halesowen, sagte, er stehe "hinter den Handlungen meiner Offiziere." Die Beamten hätten nur in einer Gegend, in der es bereits Berichte über "unsoziales Verhalten" gegeben habe, auf Beschwerden aus der Bevölkerung reagiert. "Die Polizei in West Midlands geht hart gegen unsoziales Verhalten vor. Indem wir hart gegen etwas vorgehen, das als ziemlich leichtes Verbrechen angesehen werden könnte, versuchen wir zu verhindern, daß es sich in ernstere Dinge entwickelt", so Johnson.

Zumindest wird es seinen Polizisten gelungen sein, den drei Kindern einen anhaltenden Eindruck ihrer Arbeit zu vermitteln. Daß sie durch das Vorgehen der Polizei allerdings den Eindruck gewonnen haben, in einem Rechtsstaat zu leben, scheint hingegen mehr als fraglich. Zumindest dürfte der Vorfall andererseits als Musterbeispiel dafür dienen, daß der Staatsgewalt erteilte Vollmachten auch zumindest aus grundrechtlicher, wenn schon nicht auf Gesetzesgrundlage mißbraucht werden.

Die Kinder waren wegen der "Beschädigung" eines öffentlichen Baumes verhaftet worden, aus dem sie einige Äste herausgebrochen hatten, weil sie darin ein Baumhaus errichten wollten.





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