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Die afghanische Hölle

Probleme britischer Soldaten in Afghanistan

06.08.2006  






Ein am Samstag von der britischen BBC veröffentlichter Artikel läßt einmal mehr erahnen, wie groß der Widerstand in Afghanistan gegen die Besatzer und wie groß deren Probleme in Wahrheit sind.

In dem Artikel berichtet der Journalist Alistair Leithead aus dem afghanischen Kandahar von Gesprächen mit mehreren namentlich nicht genannten britischen Soldaten.

Auf einem Militärflugplatz sprach Leithead mit einem Soldaten, der auf dem Weg in die "Hölle" - das "Camp Bastion" in der südafghanischen Provinz Helmand - war. "Als ich vor 10 Jahren eintrat", so der Soldat, "kannten die Leute nur selten jemanden, der im Kampf gefallen war. Jetzt kennt praktisch jeder, mit dem man spricht, jemanden, der hier oder im Irak getötet wurde."

Darauf angesprochen, daß die Soldaten wie einer der Soldaten in dem Theaterstück "Journey's End" ("Das Ende der Reise") von R. C. Sherriff penibel die Tage, ja sogar die Stunden bis zur ihrer Heimkehr zählen, sagte ein Kommandeur zu dem Journalisten: "Damals wurden Soldaten wenigstens nach 12 Tagen an der Front ausgewechselt."

"In einem von Helmands Bezirken", so der Offizier weiter, "wurden die Gurkhas erst nach über drei Wochen schwerer Kämpfe abgelöst." Dabei sei es zu einer Phase gekommen, in der die aus Nepal stammenden Soldaten der britischen Eliteeinheit sich mit Handgranaten gegen angreifende Kämpfer - vorgeblich der Taliban - erwehren mußten. Die geringe Reichweite von Handgranaten läßt erahnen, wie ernst ihre Situation war.

Auch ein nicht näher erläuterter Satz von Leithead selbst über die offensiven Operationen der britischen Fallschirmjäger im Süden Afghanistans gibt einen kaum verhohlenen Hinweis auf Verluste der britischen Soldaten. "Es ist bei diesen Operationen, daß die Taliban-Miliz sie hart trifft", so Leithead.

Dies wurde auch durch eine Soldatin in Camp Bastion bestätigt, als sie von ihm gefragt wurde, was sie glaube, warum die britischen Soldaten dort seien.

"Ich weiß es nicht", sagte sie. "Irgendetwas wegen Drogen, glaube ich... aber es scheint wahrscheinlicher, daß wir hier sind, damit die Taliban auf uns schießen."

Offiziellen Angaben zufolge wurden in diesem Jahr bisher 11 britische Soldaten in Afghanistan getötet. Keiner von ihnen gehörte Einheiten der "Gurkhas" an.





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