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Angekündigte Kriegsverbrechen

Libanon "könnte für ein paar Jahre dunkel sein"

07.08.2006  






In einem am Montag von der israelischen Haaretz veröffentlichten Artikel kündigte ein namentlich nicht genannter "hochrangiger Offizier des Generalsstabs" gegenüber der Zeitung offen weitere israelische Kriegsverbrechen im Libanon an.

Derzeit werde geplant, "zum ersten Mal" seit Beginn des Krieges "strategische Ziele der Infrastruktur" und "Symbole der libanesischen Regierung" anzugreifen. Angesichts der durch das wochenlange Bombardement des Libanons durch das israelische Militär verursachten Verwüstungen ist die - von der Haaretz später sogar noch wiederholte - Behauptung, es handele sich um "das erste Mal", daß zivile Ziele angegriffen werden sollen, nur noch als Verhöhnung der Menschen im Libanon zu bezeichnen. Erst am Montag wären über 50 Zivilisten um ein Haar durch die Bombardierung mehrerer Häuser in dem libanesischen Dorf Houla getötet worden. Sie konnten aus einem Schutzraum in einem der zerstörten Häuser geborgen werden. Der libanesische Premierminister Fouad al-Siniora nannte den Angriff ein "vorsätzliches Massaker". Tatsächlich stellt sich einmal mehr die Frage, warum Israel zwar vorgeblich Waffenverstecke der Hizb Allah kennt, die sie daraufhin bombardiert, aber regelmäßig wiederum vorgeblich keine Ahnung von dutzenden anwesenden Zivilisten hat.

"Wir befinden uns jetzt in einem Prozeß der erneuten Eskalation. Wir werden weiterhin alles angreifen, was sich in der Hizb Allah bewegt - aber wir werden auch strategische zivile Infrastruktur angreifen", so der Offizier. Dies wurde auch von weiteren ungenannten Quellen innerhalb des israelischen Generalstabs bestätigt. Sollte die Hizb Allah bis zum kommenden Wochenende das Feuer nicht eingestellt haben - angesichts der anhaltenden Angriffe Israels ist dies sicherlich auszuschließen - so werde das israelische Militär eine deutliche Ausweitung des Krieges empfehlen, einschließlich der Eroberung des größten Teils des Libanons südlich des Litani einschließlich des Gebietes um Tyre (Tyrus) und der Bombardierung von Infrastruktureinrichtungen. "Es könnte sein", so eine der Quellen, "daß der Libanon am Ende für einige Jahre dunkel sein wird."

Daß das israelische Militär nun auch das letzte Feigenblatt - daß Angriffe vorgeblich nur auf Ziele der Hizb Allah erfolgen - ablegt, zeigt, wie sicher sich die israelische Führung der Unterstützung durch den überwiegenden Teil der Medien und der "westlichen" Regierungen ist. Die Tatsache, daß die Haaretz so offenkundige Lügen wie jene des israelischen Offiziers noch stützt mag nicht sonderlich verwundern, handelt es sich doch um eine israelische Zeitung mit israelischen Journalisten.

Der gestrige Raketenangriff auf eine Gruppe von israelischen Reservisten, die dem Befehl zur Mobilmachung gefolgt waren, bei dem 12 der Soldaten getötet wurden, zeigte aber erneut, daß auch die Mehrzahl der Medien in Deutschland nach wie vor nicht zu einer ausgewogenen Berichterstattung in der Lage ist. Nur zu häufig wurde in Berichten über den Angriff zwar von einem Raketentreffer in eine "Menschenmenge" berichtet, bei dem zahlreiche Menschen getötet und verletzt wurden, aber nicht erwähnt, daß es sich um Soldaten handelte. Entsprechende Anfragen führten entweder zu mehr oder minder zögerlichen Korrekturen oder wurden gänzlich - beispielsweise von dem Hamburger Radiosender Oldie95 - ignoriert.



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