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Tödliche "Warnschüsse"

Photos belegen US-Massaker in Afghanistan

08.08.2006  






Wie der britische Independent am Dienstag berichtete, belegen Photos eines Augenzeugen ein weiteres von US-Soldaten in Afghanistan an Zivilisten verübtes Massaker.

Am 29. Mai dieses Jahres war ein Lastwagen des US-Militärs in Khair Kane, einem nördlichen Stadtteil Kabuls, offenbar ungebremst auf eine Reihe von Zivilfahrzeugen aufgefahren, wobei ein Mensch getötet wurde. Nach Aussage des US-Militärs wurde dies durch ein Versagen der Bremsen des Lastwagens verursacht.

Atif Ahmadzai, der sich zufällig auf einem höhergelegenen Hügel befand, machte insgesamt 20 Photos von den anschließenden Ereignissen.

Auf den Photos ist zu sehen, wie Menschen die mit hoher Geschwindigkeit vom Unfallort fliehenden US-Fahrzeuge mit Steinen bewerfen. Ein Photo einer Bildfolge zeigt einen eindeutig unbewaffneten Mann mit einem US-Humvee im Hintergrund. Dann ist er in einer Gruppe von steinewerfenden Männern zu sehen. Zwei Bilder weiter liegt sein lebloser Körper auf der Erde, offenbar mit einer Schußwunde in der Brust.

Ein anderes Photo zeigt die Leiche des 18 Jahre alten Mechanikers Maiwan. Nach Aussage seiner Familie wurde er von mehreren Kugeln getroffen, die von einem US-Humvee in die Menge gefeuert wurden.

Ahmadzai berichtete, daß auch auf ihn gefeuert worden war. "Zuerst dachte ich, sie würden in die Luft schießen", sagte er. "Ich war auf dem Hügel und macht Photos und duckte mich als sie auf mich schossen. Eine Kugel streifte meinen Oberschenkel. Zwei Menschen wurden hinter mir getötet." Insgesamt habe er sechs Leichen gesehen.

Auch andere Augenzeugen bestätigten, daß die US-Soldaten das Feuer auf die Zivilisten eröffneten. "Ich sah mit meinen eigenen Augen, daß die Soldatin auf die Menschen feuerte", sagte Nazir Akhmad, dem eine Tankstelle nahe dem Ort des Geschehens gehört. "Ihre Waffe war in die Luft gerichtet, aber dann senkte sie sie und begann zu schießen. Die erste Kugel tötete einen Jungen namens Khaled."

In einer Erklärung des US-Militärs hieß es, daß "es Hinweise gibt, daß mindestens ein Militärfahrzeug der Koalition Warnschüsse über die Menge abgefeuert hat." Der Sprecher des US-Militärs Oberst Tom Collins, wollte keinen Kommentar abgeben, sagte aber, daß "es keinen Zweifel gibt, daß unsere Soldaten dachten, von der Menge würde Feuer ausgehen."

Letztlich bestreitet Collins also nicht, daß das Feuer auf unbewaffnete Zivilisten eröffnet wurde, sondern entschuldigt dies einmal mehr mit einem "Irrtum".





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