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Verbotene Angst

Flugangst führt zu Terrorangst

17.08.2006  






Wie Reuters am Mittwoch berichtete, führte eine Panikattacke einer Passagierin an Bord eines Fluges von London nach Washington zu einer Notlandung der Maschine in Boston.

Die 59 Jahre alte Frau war mehrfach schreiend zur Toilette des Flugzeugs gerannt. Schließlich sei sie zu Boden geworfen und gefesselt worden, berichtete Joan Bartko, eine Mitreisende. "Trotzdem sagte sie noch laut Dinge", so Bartko weiter. Angesichts der ergriffenen "Maßnahmen" sollte dies allerdings kaum verwundern. Anschließend sei die Frau in der letzten Sitzreihe zwischen zwei Männer - offensichtlich zwei der nun US-Flüge in Zivilkleidung begleitenden bewaffneten "Sky Marshals" - gesetzt worden.

Schon an diesem Punkt ist die gewaltsame Eskalation in der Luft überdeutlich. Noch vor einigen Jahren hätte die Angst der Frau zu Bemühungen geführt, sie zu beruhigen und nicht, sie zu fesseln. Damit aber nicht genug, rannte eine Stewardess mit der Tasche der Frau Richtung Cockpit, wo offenbar ihr Inhalt überprüft werden sollte. Wie Christopher White, ein Sprecher, der US-Flugsicherheitsbehörde, später sagte, wurden darin Handcreme und Streichhölzer gefunden. Erste Medienberichte, die von Vaseline, einem Schraubendreher, Streichhölzern und einer "Al-Qaida"-Botschaft sprachen, waren falsch.

Trotzdem entschlossen sich die Behörden allerdings zu einer weiteren Maßnahme und so konnten die schockierten Passagiere durch die Fenster des Fluges United Airlines Nummer 923 sehen, daß sie von zwei Kampfflugzeugen des Typs F-15 "Eagle" begleitet wurden.

"Ich sah die F-15s neben dem Flugzeug und sagte 'Oh mein Gott'", berichtete Antony Nash. "Es waren grauenhafte zwei Stunden."

Es ist nicht schwer zu erahnen, wie groß die Gefahr für die 182 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder des Flugzeugs gewesen wäre, wäre in diesem schlechtestmöglichen Moment durch einen technischen Defekt dir Funkverbindung zu dem Flugzeug abgerissen.

Und just am gleichen Tag kündigte der deutsche Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble an, daß die Bundesregierung erneut ein "Luftsicherheitsgesetz" vorlegen wolle, das den Abschuß von Passagiermaschinen über Deutschland gestatten soll. Damit kündigte er nicht weniger an, als daß die Bundesregierung ganz bewußt ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts ignorieren beziehungsweise das Grundgesetz so "anpassen" will, daß es keine Gültigkeit mehr hat. Das Bundesverfassungsgericht hatte erst im Februar entschieden, daß ein Flugzeug nur abgeschossen werden dürfe, wenn es ferngelenkt oder einzig mit "Terroristen" besetzt sei.

Früher wurde nur zu gern betont, daß das Reisen per Flugzeug statistisch gesehen weitaus sicherer als mit dem eigenen Auto sei. In Zeiten der immer weiter geschürten Terror-Panik trifft dies offensichtlich immer weniger zu. Nicht wegen möglicher Terroranschläge, sondern aufgrund der weitaus realeren Gefahr, daß diese Panik zu völlig übersteigerten Reaktionen führt.



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