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Geschönte Verlustzahlen

Unerwünschte Wahrheit in Zeiten des Krieges

17.08.2006  






Ein am Donnerstag in der New York Times erschienener Artikel belegt einmal mehr, wie unerwünscht in den USA die Wahrheit über die Verluste der Besatzer im Irak tatsächlich ist.

Auf Anfrage der Zeitung hatte das US-Militär Daten über die monatliche Zahl der Angriffe mit Bomben im Irak herausgegeben. Diese zeigten, daß im Juli dieses Jahr mehr Bomben gelegt wurden und explodierten als je zuvor seit Beginn der Besatzung. Demnach wurden im Juli 2.625 Bomben gelegt, von denen 1.666 explodierten. Der Rest sei zuvor entdeckt und entschärft worden. Im Januar dieses Jahres waren demgegenüber nur 1.454 Bomben gelegt worden und etwa 800 auch explodiert.

70 Prozent - also 1.166 - der explodierten Bomben richtete sich nach Auskunft des US-Militärs gegen Soldaten der Besatzungstruppen. Während im Januar offiziellen Angaben des Pentagons zufolge 62 US-Soldaten getötet wurden, waren es im Juli trotz dieser Verdoppelung der Bombenangriffe nur noch 44. Allerdings sei die Zahl der Verwundeten von 287 im Januar auf 518 im Juli angestiegen. Tatsächlich entspricht schon diese Angabe ganz offensichtlich nicht der Wahrheit, da sie sich nicht einmal mit den zuvor durch das US-Verteidigungsministerium veröffentlichten und von der Website ICasualties.org dokumentierten Zahlen deckt. Während sich die Angabe von 518 für den Juli annähernd - die Angaben des US-Verteidigungsministeriums erfolgen wochenweise und decken sich dementsprechend nicht vollständig mit einer auf einen Monat bezogenen Zahl - mit den veröffentlichten Zahlen gleicht, dürfte die Zahl der Verletzten im Januar nach US-Angaben eher bei 330 gelegen haben.

Verluste im Irak bis zum 17.08.2006


Zu beachten ist hierbei auch, daß dabei die Gesamtzahl aller verletzten US-Soldaten herangezogen wurde, nicht nur jene, die länger als 72 Stunden dienstunfähig waren, was auf die Mehrzahl der von einer Bombenexplosion Getroffenen zutreffen dürfte.

Bei genauerer Betrachtung der genannten Zahlen wird allerdings ohnehin offensichtlich, daß diese kaum die Realität widerspiegeln können. Von den 44 im Juli getöteten US-Soldaten wurden dem US-Militär zufolge nur 24 durch solche Bombenexplosionen getötet. Ein ähnliches Verhältnis bei der Gesamtzahl der Verwundeten scheint zumindest plausibel. Dies führt rechnerisch dazu, daß nicht einmal jede vierte gegen Besatzungstruppen gerichtete Bombe zu verletzten oder getöteten US-Soldaten geführt hat - ungeachtet der Tatsache, daß bei der überwiegenden Zahl der Explosionen zweifellos mehr als ein Soldat in dem Fahrzeug anwesend ist getroffen wird. Zieht man diese Überlegung noch hinzu, so führt vorgeblich nur jede zehnte der gegen die Besatzer gerichteten Explosionen zu Verlusten - angesichts zahlloser Videos des irakischen Widerstands, die derartige Angriffe zeigen und zunehmenden Problemen des US-Militärs, genügend Fahrzeuge im Irak bereitzustellen, eine höchst unglaubwürdige Behauptung.

Bemerkenswert ist aber auch die Art der Berichterstattung der New York Times. Diese gibt in dem Artikel nur die Zahl der "im Kampf gefallenen Soldaten" an und gibt diese außerdem noch jeweils um einen zu niedrig an. So nennt sie für den Januar 42 getötete Soldaten und für den Juli 38. Dies mag zwar auf den ersten Blick einen Vergleich der Aktivitäten des Widerstands erleichtern, da das US-Militär aber immer wieder auch von "Unfällen" spricht, obwohl es sich höchstwahrscheinlich um Angriffe des irakischen Widerstands handelt und darüber hinaus der "Bericht des Irakischen Widerstands" von zahllosen schweren Angriffen auf die Besatzer berichtet, die in offiziellen Meldungen jener nicht erwähnt werden, läßt dies letztlich nur den Schluß zu, daß die Öffentlichkeit in den USA ganz bewußt getäuscht wird.

Daß dies geschieht mag keine wirklich neue Erkenntnis sein, daß es allerdings nicht nur in Verlautbarungen der US-Regierung, sondern eben auch in vorgeblich unabhängigen Medien geschieht, verdeutlicht, wie groß die Gefahr für die "US-amerikanische Demokratie" mittlerweile geworden ist.



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