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Kurzzeitgedächtnis

Terrorpanik in Deutschland

18.08.2006  






Nun ist es also "amtlich": in Deutschland sollten nach Darstellung der Behörden am 31. Juli in zwei Zügen Bomben explodieren.

"Sie sollten zünden. Tote und Verletzte wären die Folge gewesen. Wir müssen dieses Ereignis sehr ernst nehmen", so der deutsche Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der auch diese Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen ließ und erneut eine Ausweitung der Videoüberwachung der Bevölkerung forderte. "Wir brauchen die Videoüberwachung aber auch in anderen öffentlichen Bereichen, die ebenso gefährdet sind. Das gilt insbesondere für den öffentlichen Nahverkehr", so Schäuble.

Warum nun sind die Behörden nun so überzeugt, daß es sich tatsächlich um geplante Anschläge gehandelt habe? Bei genauerer Betrachtung der bisher der Öffentlichkeit mitgeteilten Angaben stellt sich diese Frage um so dringender.

Auf einer Pressekonferenz des Bundeskriminalamts (BKA) legte dessen Leiter Jörg Ziercke Videoaufzeichnungen vom 31. Juli vor, die auf dem Kölner Hauptbahnhof aufgezeichnet worden waren. Darauf sind zwei Männer zu sehen, die "nur Sekunden nacheinander" - wie zweifellos tausende Reisende jeden Tag auf der Rolltreppe zu den Gleisen 2 und 3 heraufkommen. Beide haben einen Rollkoffer bei sich.

"Anhand der Bewegungen der Verdächtigen kann man davon ausgehen, dass die Koffer etwa 25 bis 30 Kilogramm schwer waren", so ein Mitarbeiter des BKA.

Diese Aussage allein ist höchst bemerkenswert. Das BKA hat keineswegs die später gefundenen Koffer mit den vorgeblichen Bomben auf dem Videomaterial wiedererkannt, allein das vermeintliche Gewicht reicht demnach schon aus, die Männer mit den "Bomben" in Verbindung zu bringen. Es scheint, daß BKA-Beamte grundsätzlich ohne ihre Frauen verreisen.

Der eine der beiden Männer trägt auf den Aufnahmen noch eine Laptoptasche über der Schulter, der andere einen Rucksack mit einer Isomatte auf dem Rücken. Der Verdacht, daß es sich hier in der Tat einfach nur um Reisende gehandelt haben könnte, ist den Beamten des BKAs offenbar nicht gekommen. Anscheinend halten sie es für wahrscheinlicher, daß es sich um eine neuartige "Kampf-Isomatte" handelte, mitgenommen für den Fall der vorzeitigen Entdeckung. Dies mag aber auch daran liegen, daß beide Männer wie könnte es anders sein ein "südländisches Aussehen" mit dunklen Haaren hätten.

Wie schon die vorgeblichen Terroristen der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA waren auch hier die vermeintlichen Attentäter wiederum so "freundlich", eine aussagekräftige Spur zu hinterlassen, wenn sie es auch versäumten, den Bomben jeweils einen Koran beizulegen. So wurden in den Koffern nicht nur ein Zettel mit "libanesischen Telephonnummern" gefunden, sondern auch ein Beutel mit Speisestärke. Dieser sei mittlerweile zu einem Gewürzgroßhändler zurückverfolgt worden, der "vor allem an libanesische Familien im Raum Essen" liefere.

Und ausgerechnet Ende Juli, als Berichte über israelische Kriegsverbrechen im Libanon auch zunehmend die "etablierten" Medien in Deutschland erreichten, entschlossen sich demnach zwei Männer mit Verbindungen in den Libanon, Anschläge in Deutschland zu verüben. "Wir halten es für möglich dass die Täter Signale mit Blick auf den Nahen Osten setzen wollten", so Ziercke. Das Signal, daß es sich bei Libanesen um Terroristen handelt und die israelische "Selbstverteidigung" dementsprechend legitimiert wäre?

Der in weiten Teilen offensichtlich berechtige - Glaube der Behörden an das mangelnde Kurzzeitgedächtnis von Medien und Bevölkerung geht aber noch viel weiter.

Die "Bomben" seien "grundsätzlich" zündfähig gewesen, lediglich "handwerkliche Fehler" hätten die Explosion verhindert, so Ziercke. Er vergaß allerdings zu erwähnen, daß es sich hier um äußerst grundlegende "handwerkliche Fehler" gehandelt haben dürfte, da Gas innerhalb einer Gasflasche ohne Kontakt zu Sauerstoff nicht zur Explosion gebracht werden kann schon gar nicht mittels eines Weckers und einiger Drähte.

Noch bemerkenswerter ist aber Zierckes Behauptung, beide Bomben hätten "um exakt 14:30 Uhr" explodieren sollen. Noch Anfang des Monats berichtete beispielsweise die Westdeutsche Zeitung, daß "der für den Auslösemechanismus notwendige Wecker beim Entschärfen mit einem Wassergewehr völlig zerstört" worden sei. Wie es dem BKA später noch gelungen ist, den geplanten "Zündzeitpunkt" zu bestimmen, bleibt das Geheimnis der Beamten.

Was bleibt also letztlich? Nicht mehr als der Eindruck, daß hier mit in der Bevölkerung geschürter Angst vor Anschlägen weitere Grundrechtseinschränkungen durchgesetzt werden sollen. Wenn dies darüber hinaus einen weiteren Schritt hin zum "Kampf der Kulturen" darstellt, so scheint auch dies kaum unerwünscht.





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