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Begriffshoheit

Israel entführt stellvertretenden Premierminister Palästinas

19.08.2006  






Wie die Medien am Samstag berichteten, ist eine Einheit des israelischen Militärs am frühen Samstagmorgen in die Stadt Ramallah zum Haus des stellvertretenden palästinensischen Premierministers und Erziehungsministers Nasser Addin al-Shaer eingedrungen und hat ihn dort gefangengenommen. Frühere Berichte, denen zufolge er bereits Ende Juni mit zahlreichen weiteren palästinensischen Regierungsmitgliedern von israelischen Soldaten gefangengenommen worden war, waren offenbar falsch.

Bemerkenswert ist aber die Wortwahl, mit der die Medien in seltener Einigkeit über die Gefangennahme eines höchstrangigen Regierungsmitglieds durch israelische Truppen berichten.

Ebenso wie im Falle der beiden durch die Hizb Allah gefangengenommenen israelischen Soldaten – auf libanesischem Gebiet, wie am Montag die Frankfurter Allgemeine unter Berufung auf den britischen Guardian berichtete – bei denen fast unisono nur die Rede von "Entführung" die Rede war, handelt es sich hier nun nach Ansicht der Medien von Rheinischer Post über den österreichischen ORF, die Basler Zeitung und die britische BBC bis hin zu Aljazeera um eine "Verhaftung". N24 legte noch nach und sprach in einer Überschrift sogar von seiner "Festsetzung" - ein klarer Hinweis, daß ihm nicht einmal, wie aufgrund der anderen Berichte zu erwarten, ein Verfahren zuzugestehen sei. Eine der wenigen Ausnahmen stellte wieder einmal IslamOnline dar, das von der "Entführung" al-Shaers sprach.

Israel stellt sich auf den Standpunkt, die palästinensische Regierungspartei Hamas, der auch al-Shaer angehört, sei eine Terrororganisation, so daß ihre Anführer "verhaftet" werden könnten – so sie -und umstehende unbeteiligte Zivilisten - nicht gleich ohne jegliches Gerichtsverfahren mittels einer Rakete "gezielt getötet" werden.

Es ist diese Ungleichheit der internationalen Reaktionen wenn es um Israel geht, die die Menschen im Mittleren Osten immer mehr darin bestätigen, daß sie seitens „des Westens“ keine gerechte Behandlung und schon gar nicht Unterstützung zu erwarten haben. Drängen palästinensische Einheiten nach Israel ein und nähmen dort beispielsweise den israelischen Verteidigungsminister Amir Peretz gefangen, ist nicht nur die israelische "Reaktion" - im Vergleich wäre der Krieg gegen den Libanon vermutlich noch zurückhaltend geführt worden – leicht vorstellbar. Ebenso absehbar wäre aber auch die Berichterstattung der "westlichen" Medien.

Einer AP-Meldung vom Samstag zufolge hat Israel außerdem ebenfalls am frühen Samstagmorgen seine Ankündigung wahrgemacht, die durch die UN-Resolution 1701 verordnete Waffenruhe zu brechen. Eine Kommandoeinheit des israelischen Militärs war mit Hubschraubern in das libanesische Dorf Bodai eingedrungen, wo es daraufhin zu Kämpfen mit der Hizb Allah kam. Dabei sei ein israelischer Soldat getötet worden. Libanesische Quellen sprachen außerdem von 3 getöteten Hizb Allah-Kämpfern.

Das israelische Militär bestätigte den Angriff. Dieser sei erfolgt, "um Terror-Aktivität gegen Israel, insbesondere den Schmuggel von Waffen aus Iran und Syrien zur Hizb Allah, vorzubeugen und zu unterbinden."

Einmal mehr hat Israel damit mutwillig eine UN-Resolution gebrochen. Auch dies fand bisher in den "westlichen" Medien kaum Beachtung.



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