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Rückzug

Briten geben sich in Afghanistan geschlagen

23.08.2006  






Eine Reuters-Meldung vom Dienstag bestätigte alle hier bereits geäußerten Vermutungen über eine Offensive gegen die Besatzer in Afghanistan. Demnach ziehen sich die britischen Truppen im Süden Afghanistans aus dem Bergland, wo es in den vergangenen Wochen zu schweren Kämpfen gekommen ist, zurück.

Auch wenn ein anonym bleiben wollender britischer Offizier diesen Rückzug als reine strategische Entscheidung bezeichnete, so ist doch anhand vorangegangener Berichte nur zu offensichtlich, daß sich die Besatzer hier dem Widerstand gegenüber geschlagen gaben.

"Es ist nicht im Interesse unseres Feldzugs, auf taktischen Kontakt von Angesicht zu Angesicht mit den Taliban konzentriert zu werden, aber es war in den vergangenen Wochen notwendig", so der britische Offizier. Die für die Briten verlustreichen Kämpfe seien notwendig gewesen, um den Menschen vor Ort zu beweisen, daß die britischen Soldaten es "mit den Taliban aufnehmen" könnten, seien aber nur eine "Ablenkung" von der Hauptaufgabe der Sicherung des "Wiederaufbaus in Entwicklungszonen" gewesen.

Eine Einheit der "afghanischen Armee" sei früher als geplant aufgestellt worden und sei nun bereit, die Kontrolle über Basen in Städten der Region zu übernehmen - eine Behauptung, die angesichts der Tatsache, daß die "afghanische Armee" nicht einmal in der Lage ist, die Kontrolle über die Hauptstadt Kabul ohne Unterstützung der Besatzer zu behalten, nur zu offensichtliche Schönfärberei ist. "Wir müssen uns neu aufstellen, um zu erreichen, was wir wollen", so der Offizier weiter. Es sei "keine Frage des Rückzugs", sondern "eine Frage der Ablösung."

Der britische Kommandeur David Richards bestritt, daß die afghanischen Bergorte aufgrund mangelnder Truppen aufgegeben würden. "Das ist faktisch falsch", sagte er. "Wenn wir unbegrenzte Streitkräfte hätten, wären wir in der Lage, viele Dinge gleichzeitig zu tun, aber sehr wenige Kommandeure des Militärs haben sich je dieser Art des militärischen Nirvana genähert."

Es ist nur zu offensichtlich, daß hier nur versucht wird, neue Formulierungen für den altbekannten "strategischen Rückzug", der wiederum nur eine Umschreibung der Flucht vor einem übermächtigen Gegner ist, zu finden.





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