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Für das Leben lernen

Fingerabdruck-Scanner an US-Schulen

06.09.2006  






Die meisten werden den Ausspruch irgendwann einmal gehört haben. "Nicht für die Schule, für das Leben lernt man!" Kinder an den Schulen der Stadt Rome im US-Bundesstaat lernen nun einem Bericht der Rome News Tribune vom Montag zufolge, daß es völlig alltäglich ist, schon für Kleinigkeiten biometrische Daten von sich preiszugeben.

Demnach wird derzeit an allen Schulen in der Stadt - von der Grundschule bis zur Oberschule - ein System eingeführt, mit dem die Schüler ihre Schulmahlzeiten mittels eines eingescannten Fingerabdrucks bezahlen können. Die Kinder werden so eindeutig identifiziert und der Preis des Essens ihrem bei der Schule geführten Konto belastet. Zuvor besaß jedes Kind einen eindeutigen Zahlencode, den es an der Kasse eingeben mußte, um sich zu identifizieren. Davor hatten sie sich mit von der Schule herausgegebenen Ausweiskarten identifiziert.

Die Stadtverwaltung hofft, daß bis Ende Oktober die Fingerabdrücke aller Schüler in dem System registriert sein werden und diese neue "Bezahlmethode" vollständig aktiv sein wird. Hierdurch solle die Wartezeit bei der Essenausgabe verringert und Probleme mit vergessenen Zahlencodes und Ausweiskarten vermieden werden.

Für diesen zweifellos geringen Vorteil gelangt die Stadtverwaltung also in den Besitz eindeutiger Fingerabdruckdaten aller Kinder der Stadt.

Obwohl die Eltern weder im Vorwege über die Einführung des Systems informiert wurden und auch den Kindern nicht mitgeteilt wird, daß sie keineswegs gezwungen sind, sich an diesem System zu beteiligen und ihre Fingerabdrücke registrieren zu lassen, regt sich nur geringer Widerstand.

"Der Finger ist besser, weil man nur seinen Finger hineinstecken muß und man muß nicht die Nummer machen und durcheinanderkommen", sagte die Zweitklässlerin Adrianna Harris. Nun kann es sicherlich kaum verwundern, wenn Kinder dieses Alters sich keine tiefgreifenden Gedanken um Persönlichkeitsrechte, Privatsphäre oder einen zunehmend allwissenden Staat machen. Aber auch der überwiegende Teil der Eltern sieht keine Probleme bei der Einführung dieses Systems.

"Ich denke, es ist ein guter, effizienter Weg, es zu machen", sagte Lori Tilton, Mutter eines Mädchens, das in die fünfte Klasse geht. "Und ich mache mir nicht wirklich Sorgen über irgendwelche Verletzungen der Privatsphäre."

Selbst Hal Storey, dessen Tochter in die zehnte Klasse geht und der sich dafür einsetzt, daß die bereits registrierten Fingerabdruckdaten seiner Tochter gelöscht werden, tut dies eigener Aussage zufolge nur, weil er nicht im Vorwege informiert wurde. Wäre dies geschehen, hätte er möglicherweise keine Einwände gegen das System gehabt, sagte er.

Und so werden derzeit die Fingerabdrücke von etwa 9.000 Kindern registriert und elektronisch gespeichert.



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