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Künstliche Erfolge

Gleichbleibende Opferzahlen in Baghdad

09.09.2006  






Erst kürzlich hatten die Medien - beispielsweise die Los Angeles Times - berichtet, daß eine neue Operation der Besatzungstruppen in der irakischen Hauptstadt Baghdad dazu geführt habe, daß die Zahl der Todesopfer in der Stadt innerhalb eines Monats drastisch gesunken sei.

Noch im Juli seien demnach über 1.800 Leichen in die Leichenhalle der irakischen Hauptstadt eingeliefert worden. Im August sei ihre Zahl auf weniger als ein Viertel davon gesunken, so die LA Times unter Berufung auf den "irakischen" Premierminister Nouri al-Maliki. US-Generalmajor James D. Thurman, Oberkommandierender der US-Streitkräfte in Baghdad, zeigte sich überzeugt, daß dieser Rückgang eine Folge der "Operation Gemeinsam Vorwärts" ("Operation Together Forward") sei. Hierbei gehen Einheiten des US-Militärs gemeinsam mit "irakischen" Einheiten gegen den irakischen Widerstand - beziehungsweise nach US-Darstellung "Terroristen" - vor.

Wie der London-Korrespondent des US-Sender ABC am Mittwoch unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Baghdader Leichenschauhauses in seinem Blog schrieb, war diese Information bestenfalls als voreilig zu bezeichnen. Das Wort "Lüge" kommt angesichts der von 550 auf 1.535 "korrigierten" Zahl der Todesopfer unweigerlich in den Sinn.

Während diese neue Zahl zwar einerseits weitaus mehr das in zahllosen Einzelberichten über getötete Menschen gebildete Bild der Realität in Baghdad zu bestätigen scheint, so ist sie doch auch viel mehr als eine bloße "Korrektur". Eine solche Verdreifachung der Zahlen ist kaum mit einer erneuten Zählung oder einem "Irrtum" zu erklären. Nimmt man an, daß diese Zahl der Wahrheit entspricht - und angesichts der vorherrschenden Gewalt und der täglichen Opfer scheint dies mehr als angebracht - so läßt dies nur den Schluß zu, daß die US-Besatzer zuvor die Veröffentlichung einer "geschönten" Opferzahl - und damit auch einer "Erfolgsmeldung" - erwirkt haben.

Dies kann sicherlich, wenn auch auf einer anderen Ebene, als ein weiteres Beispiel für die Vorstellung der USA von "Pressefreiheit" bezeichnet werden.





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