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Feindbilder

USA gegen Islam

10.09.2006  






Zur Zeit des "Kalten Krieges" - aber auch heute noch, wie beispielsweise das Verhältnis zu Kuba und Venezuela belegen - betrachteten die USA jede kommunistische oder sozialistische Tendenz in einem Land, gleichgültig, wie weit entfernt oder klein es auch war, als direkte Bedrohung.

Daraus folgte eine fast endlose Zahl mehr oder weniger geheimer Militärmissionen, Unterstützungen von brutalen Diktatoren mit Geld und Waffen, offener Kriege sowie aller anderen Maßnahmen, die den USA dazu dienten, die "Ausbreitung des Kommunismus'" in der Welt zu verhindern. Die damalige Dominotheorie, die befürchtet, daß, sollte ein Land dem Kommunismus "anheimfallen", diesem weitere Länder folgen würden, kann als klares Indiz dafür angesehen werden, daß die US-Führung schon damals von der ideologischen Unterlegenheit des kapitalistischen Systems überzeugt war.

Während dieses Feindbild zwar nicht aufgegeben, aber doch zumindest in den letzten Jahren etwas weniger aggressiv verfolgt wurde, kam ein weiteres hinzu: der Islam. Neben den offenen Angriffskriegen gegen Afghanistan und den Irak - auch wenn deren Ziele weitaus komplexer sind, als eine bloße Bekämpfung des Islams, andererseits aber die Einkesselung des Irans zweifellos zu ihnen gehört - greifen die USA offenbar auch erneut zu jenen altbekannten geheimen Vorgehensweisen, um die Ausbreitung des Islams zu verhindern, wie ein Bericht des britischen Observer vom Sonntag zeigt.

Wie eine Reihe von der Zeitung vorliegenden E-Mails zwischen "privaten US-Militärunternehmen" - eine vorsichtige Umschreibung für die Vermietung von Söldnern - belegen, "wußte" die CIA von Plänen dieser Unternehmen, Söldner in Somalia bei verdeckten "Operationen" auf Seiten der "Übergangsregierung" von Präsident Abdullahi Yusuf Ahmed einzusetzen. Die offenbar aus dem Juni dieses Jahres stammenden E-Mails deuten auch auf eine Beteiligung solcher britischen "Sicherheitsunternehmen" hin. Derartige Einsätze stehen in klarem Widerspruch zum von den Vereinten Nationen verhängten Waffenembargo. Im Juni hatte der oppositionelle "Oberste Rat islamischer Gerichte", der eine islamische Regierungsform gemäß der Sharia für Somalia anstrebt, die Kontrolle über die Hauptstadt Mogadishu übernommen.

Eine der E-Mails wurde von Michele Ballarin, Präsidentin des Unternehmens "Select Armor", an eine ganze Reihe von Empfängern, darunter Chris Farina von "ATS Worldwide Services" verschickt. Darin schrieb sie: "Jungs: Erfolgreiches Treffen mit Präsident Abdullay Yussef [sic] und seinem Stab in Nairobi, Kenia am Dienstag ... wo er uns in seine private Hotelsuite einlud, geschützt von Sicherheitsleuten ... Er hat seinen präsidialen Protokollführer als unseren Kontakt in dieser Phase ernannt." Außerdem schrieb sie, daß es ein "Treffen hinter verschlossenen Türen" mit einem hochrangigen UN-Mitarbeiter gegeben habe. Sie habe "freie Hand" für die Nutzung dreier somalischer Basen "und den Luftweg, um sie zu erreichen," erhalten.

Sie macht darin auch klar, daß das Vorgehen offenbar mit der CIA abgestimmt wird. "Mein Kontakt von Seiten der Behörde, den wir schon besprachen, bat um ein Gespräch mit mir unter vier Augen. Ich kam vergangene Nacht um 23:40 Uhr in New York an und wurde nach Virginia gefahren, wo ich heute um 02.00 Uhr ankam." Das von ihr hier benutzte Wort "Behörde" - "agency" ist die gebräuchliche Kurzform für "Central Intelligence Agency". Der Hauptsitz der CIA liegt in Langley im US-Bundesstaat Virginia.

Eine E-Mail Farinas an Ballarin läßt darauf schließen, daß die Operationen der Unternehmen in Somalia auch seitens der US-Regierung finanziert werden. "Wir müssen vielleicht unsere Anstrengungen in den USA zwischen dem Außenministerium und dem Verteidigungsministerium neu ausrichten, um diese Sache vorwärtszubringen", schrieb er.



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