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Wieder Fallujah?

Steht die nächste "Offensive" bevor?

12.09.2006  






Einem Bericht des Journalisten Dahr Jamail vom Montag zufolge könnte die irakische Stadt Fallujah von einer dritten "Offensive" bedroht sein.

"Sie zerstörten unsere Stadt zwei Mal und sie bedrohen uns ein drittes Mal", sagte der 52 Jahre alte Anwohner Ahmed Dhahy. "Sie wollen, daß wir ihre Arbeit machen und ihnen jene übergeben, die sie angreifen." Dhahy, der während des US-Angriffs auf die Stadt im April 2004 32 Angehörige verlor, als das Haus seines Vaters bombardiert wurde, sagte, das US-Militär habe gedroht, die Stadt zu zerstören, sollten die Widerstandskämpfer nicht ausgehändigt werden. Letzte Woche benutzten die Amerikaner Lautsprecher auf ihren Panzern und Humvees, um uns zu bedrohen“, so Dhahy weiter.

Weitere Anwohner der Stadt bestätigten, daß das US-Militär vor einer "großen Militäroperation" warnte, sollten die Widerstandskämpfer nicht übergeben werden. Ein Sprecher des US-Militärs in Baghdad sagte hingegen, ihm lägen keine solchen Berichte vor - zweifellos allerdings eines der schwächsten möglichen Dementis.

Tatsächlich hätte das US-Militär aus seiner Sicht, derzufolge der Widerstand im Irak mit Gewalt gebrochen werden kann, aber offenbar jeden Grund, die Stadt ein weiteres Mal anzugreifen, obwohl sie schon spätestens bei dem Angriff im November 2004 in weiten Teilen zerstört worden war.

"Der irakische Widerstand hat nicht einen einzigen Tag lang aufgehört, trotz der massiven Aktivität des US-Militärs", sagte ein Polizeihauptmann der Stadt unter der Bedingung, anonym zu bleiben. "Die weisen Männer der Stadt erklärten US-Beamten, daß es unmöglich ist, den Widerstand mit militärischen Operationen zu beenden, aber es scheint, daß die Amerikaner es lieber auf die harte Tour machen." Demnach haben Widerstandskämpfer in Fallujah in den vergangenen Monaten die Zahl ihrer Angriffe sogar gesteigert.

"Es gab täglich Angriffe auf irakische und US-Streitkräfte in Fallujah", sagte er. "Aber jetzt haben sie zu mehreren am Tag zugenommen. Viele Soldaten wurden getötet und ihre Fahrzeuge zerstört. Daher ist klar, daß die in Fallujah ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen versagt haben."

Das US-Militär hat in diesem Monat erst drei Todesfälle aus Fallujah gemeldet. Im vergangenen Monat war es kein einziger. Zwar wurde im August bei 15 und im September bisher bei 5 getöteten Soldaten nur die Provinz al-Anbar als Todesort angegeben, es scheint allerdings höchst unwahrscheinlich, daß diese alle in Fallujah getötet worden sind - ein weiteres Indiz für das Verschweigen von Todesopfern durch das US-Militär.

Dabei kann die Wut der Menschen auf die Besatzer kaum verwundern, betrachtet man die Aussage von Mohammed al-Darrajj, Leiter der irakischen Menschenrechtsorganisation "Iraqi Centre for Human Rights Observation" ("Irakisches Zentrum für Beachtung der Menschenrechte").

"Es gibt so viele Verhaftungen und Tötungen und kollektive Bestrafungen wie wahlloses Schießen, gewalttätige Durchsuchungen, wiederholte Ausgangssperren und absichtliches abstellen von Wasser und Strom", sagte er. "Was in dieser Stadt vorgeht erfordert eine internationale Intervention, um die Zivilisten zu schützen und jene zu bestrafen, die die Gesellschaft Fallujah schwer beschädigt und ernste Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben."

"Es gibt eine lange Liste von Kollektivstrafen, die die Stadt in ein schreckliches Gefangenenlager verwandet haben", so al-Darrajj weiter.



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