www.freace.de
Impressum

Nachrichten, die man nicht überall findet.





Gefängnis wegen einer Penispumpe?

US-Beamte verstehen keinen Spaß

15.09.2006  






Die Einreisebestimmungen in die USA und die Folgen bei Nichtbeachtung sind legendär. Auch wenn man durchaus auf den Gedanken kommen könnte, daß ein Fragebogen, ob man gedenke, nach der Einreise Straftaten in den USA zu begehen, kaum ernstgemeint sein könne, so zahlt es sich doch aus, ihn den Erwartungen der US-Grenzbeamten entsprechend auszufüllen, möchte man die Heimreise nicht früher als geplant antreten - oder einen ausgedehnten Kuba-Aufenthalt einschieben.

Die Erfahrung, daß man bei den US-Grenzbeamten weder auf deren Humor noch auf "gesunden Menschenverstand" bauen sollte, machte im vergangenen Monat auch der in den USA lebende Iraker Mardin Amin, als er in Begleitung seiner Mutter und seiner zwei Kinder in den Irak reisen wollte. Bei der Sicherheitskontrolle im Flughafen O'Hare in Chicago zog eine Flugsicherheitsbeamtin einen schwarzen Gegenstand aus seinem Handgepäck, einem Rucksack, und fragte ihn, um was es sich dabei handele.

Angesichts der Tatsache, daß seine Mutter und seine beiden Kinder in unmittelbarer Nähe standen, war der Iraker, der in der Vergangenheit bereits als Übersetzer für das US-Militär im Irak gearbeitet hat, von dieser Frage peinlich berührt, handelte es sich bei dem Gegenstand doch um eine Penispumpe. Also flüsterte er der Beamtin ein kurzes "Es ist eine Pumpe [englisch "pump"]. Tun Sie sie weg. Tun Sie sie weg." zu. Diese verstand nach eigener Aussage "deutlich" das Wort "Bombe" - "bomb" und fragte ihn nochmals - keineswegs im Flüsterton - um was es sich bei dem Gegenstand handele, woraufhin er wiederum leise "Pumpe" sagte, was die Beamtin erneut als "Bombe" verstanden haben will.

Spätestens an dieser Stelle kommen unweigerlich Erinnerungen an den deutschen Werbespot in den Sinn, in dem die Schauspielerin Hella von Sinnen eine Supermarktkassiererin spielt, die lautstark durch das halbe Geschäft "Rita, wat kosten die Kondome?" brüllt. Was im Fernsehen durchaus lustig gewesen sein mag, war es für Amin sicherlich nicht.

Damit begannen Amins Probleme allerdings erst, da er nun wegen "ungebührlichen Verhaltens" verhaftet wurde - obgleich er letztlich sicherlich von Glück reden kann, nicht "vorsorglich" erschossen worden zu sein, um die "Bombe" nicht noch zünden zu können. Der 29-Jährige wurde zwar gegen eine Kaution von 75.000 US-Dollar wieder auf freien Fuß gesetzt, sollte allerdings wegen dieses "Vergehens" angeklagt werden, wobei ihm eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren gedroht hätte.

Wie die Chicago Sun-Times am Donnerstag berichtete, hat die zuständige Staatsanwaltschaft von Cook County die Anklage nun allerdings fallengelassen - allerdings offenbar nur, weil die US-Transport- und Sicherheitsbehörde (TSA) in einem Brief erklärt hat, sie möchte es bei einer Verwarnung belassen.

Amins Anwältin Eileen O'Neill-Burke hatte zuvor bereits erklärt, daß Amin einen starken Akzent habe und sie selbst ihn erst verstanden habe, als er die Penispumpe in ihr Büro gebracht und ihr gezeigt habe. Offenbar habe er wie manche arabische Menschen Probleme, die Laute "p" und "b" unterschiedlich auszusprechen. Wie es ihm angesichts dieser Probleme gelungen ist, für das US-Militär als Übersetzer zu arbeiten, ist dabei eine ungeklärte Frage.

All dies hatte den zuständigen Richter Gerald Winiecki allerdings nicht daran gehindert, Anklage erheben zu wollen. Dies wurde erst durch das Schreiben der TSA verhindert.

Neben der Humorlosigkeit - um nicht von Rassismus zu sprechen - von US-Beamten - selbst wenn die Beamtin "Bombe" verstanden haben sollte, so war doch nur zu offensichtlich, daß dies zumindest nicht ernstgemeint war - zeigt sich hier allerdings auch der Widersinn der Kontrolle selbst - oder die Neugierde der Beamtin auf "Sexspielzeug", so man ihr nicht unterstellen will, daß sie Amin bewußt erniedrigen und bloßstellen wollte.



Werbung:


Zurück zur Startseite





Impressum

contact: E-Mail

PAGERANK SEO