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"Irak ist nicht im Chaos"

Realitätsverlust einer Marionette

25.09.2006  






Am Montag veröffentlichte die Washington Post Auszüge aus einem Interview mit dem „irakischen“ Präsidenten Jalal Talabani, in dem er einen bemerkenswerten Realitätsverlust gegenüber der Wirklichkeit im Irak zeigte. Seine Unterwürfigkeit gegenüber den Ansichten und Wünschen der US-Regierung war dabei nicht zu übersehen.

So antwortete er auf die Frage, was während seines Treffens mit US-Präsident George W. Bush geschehen sei: "Wir berichteten ihm über unsere Fortschritte im Handel, der Wirtschaft, der Ausbildung der Armee ... und wir baten ihn, die irakische Armee mit den notwendigen Waffen auszustatten, um die Fähigkeiten der Armee zu vergrößern. Wir dankten ihm außerdem für seine ununterbrochene Unterstützung des Iraks. Man vergesse nicht, daß wir unter der schlimmsten Art der Diktatur lebten."

Auf den Hinweis, daß die "US-Regierung das Vertrauen in Premierminister Maliki verliert" reagierte er beschwichtigend mit der Behauptung, Nouri al-Maliki habe den Milizen im Irak "befohlen", ihre Aktivitäten einzustellen. Auf die Entgegnung "Aber sie haben nicht aufgehört" reagierte er mit der Aussage: "Sie operieren nicht mehr wie zuvor."

Vollständig auf Linie der Meinung der US-Regierung befand sich Talabani bei seiner Antwort auf die Frage, wann die US-Besatzer den irak verlassen sollten.

"In sieben Provinzen ist das US-Militär abgezogen. Das irakische Militär ersetzt amerikanische Streitkräfte in vielen Städten. Wir hoffen, daß wir Ende dieses Jahres in der Lage sein werden, 12 Provinzen zu kontrollieren. Wir werden weiterhin amerikanische und Koalitions-Streitkräfte brauchen, bis wir unser Militär ausgebildet haben und in der Lage sind, uns Terrorismus entgegenzustellen und ihn zu besiegen. Ich glaube, innerhalb von zwei Jahren werden wir in der Lage sein, unser Militär auszubilden und uns dem Terrorismus entgegenzustellen ... Die Anwesenheit amerikanischer Streitkräfte - selbst eine symbolische - wird jene ängstigen, die versuchen, sich in unsere Angelegenheiten einzumischen", sagte er.

Nach dem in letzter Zeit häufiger geäußerten Vorschlag einer Aufspaltung des Iraks in drei unabhängige Teile schien er die Wirklichkeit vollständig auszublenden, als er behauptete, die Kurden im Nordirak setzten sich für einen vereinten Irak ein.

"Das glaube ich nicht", so Talabani. "Der Irak wird nicht in drei Teile zerfallen. Der Irak wird vereint bleiben - wir werden einen vereinten, föderalen Irak haben. Kurden kämpfen für die Einheit des Iraks - wie auch Shiiten und Sunniten. Es gibt Differenzen zwischen den Shiiten und den Sunniten, die gelöst werden müssen, aber nicht über die Teilung des Iraks."

Endgültig erweckte Talabani allerdings den Eindruck, er redete über ein gänzlich anderes Land als den Irak, als er auf die Frage antwortete, warum er im Gegensatz zu vielen Menschen in den USA glaube, der Krieg gegen den Irak sei kein "Schlamassel".

"Der Irak ist nicht im Chaos. Es gibt viele Provinzen, die ruhig sind - wo Menschen in Wohlstand leben ... Ich möchte dem amerikanischen Volk versichern, daß die Iraker jetzt Demokratie und Menschenrechte genießen und um die Sicherung des Landes ringen", sagte er.

Schließlich ließ er auch keinen Zweifel daran, daß er eine unbegrenzte Besatzung des Iraks befürwortet - wenn auch als "befreundete Basen" getarnt, als er auf die Frage, ob er US-Basen im kurdischen Nordirak - die Frage lautete hier "in Kurdistan" - befürworte.

"Ja, sie sind willkommen, Kurdistan möchte, daß die Amerikaner bleiben. An einigen Orten möchten die Sunniten, daß die Amerikaner bleiben - Sunniten glauben, daß jetzt die Hauptgefahr aus dem iran kommt. Es gibt eine Gedankenwende bei den Sunniten. Die Sunniten sind dafür, gute Beziehungen mit Amerika zu haben. Die Shiiten haben begonnen, so zu denken", so Talabani. "Ich glaube, wir werden amerikanische Streitkräfte eine lange Zeit brauchen - selbst zwei Militärbasen, um ausländische Einmischung zu verhindern. Ich bitte nicht um 100.000 Soldaten - 10.000 Soldaten und zwei Luftwaffenbasen wären genug. Dies wird im Interesse des irakischen Volkes und des Friedens im Mittleren Osten sein."

Es dürfte "irakischen" Politikern in Zukunft schwerfallen, noch deutlich zu machen, daß sie nicht mehr als Marionetten der Besatzer sind.



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