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"Freiwild"

Mit Kugeln gegen Steine in Israel

27.09.2006  






Ein Artikel der Jerusalem Post vom Mittwoch mit dem Titel "Steinewerfer der Hizb Allah Freiwild" ließ keinen Zweifel daran, daß Israel mit völlig übertriebener Gewaltanwendung gegen Muslime und Araber vorgeht.

Demnach ist es ist es Soldaten des israelischen Militärs (IDF) nach Aussage dessen Oberbefehlshaber, Generalleutnant Dan Halutz, nun gestattet, auf steinewerfende Menschen das Feuer zu eröffnen.

"IDF-Soldaten, die derzeit im Libanon stationiert sind, haben die Erlaubnis, das Feuer auf steinewerfende Unterstützer der Hizb Allah zu eröffnen", so Halutz am Mittwoch bei einem Kabinettstreffen.

Demnach ist es israelischen Soldaten gestattet, in die Luft und dann auf die Beine derjenigen zu schießen, die Steine "in ihre Richtung" werfen. Sollten die Soldaten der Ansicht sein, durch die geworfenen Steine tatsächlich "in echter Gefahr" zu sein, so ist es ihnen Halutz zufolge auch gestattet, die Steinewerfer zu erschießen.

Beide Teile dieses Befehls sind gleichermaßen bemerkenswert. Einerseits ist es israelischen Soldaten demnach ausdrücklich gestattet, Menschen, die nur Steine "in Richtung" der Soldaten werfen - ausdrücklich ohne diese auch nur zu gefährden, da andernfalls der zweite Teil des Befehls inkrafttritt - schwer zu verletzen oder gar "versehentlich" zu töten. Andererseits ist es den Soldaten sogar gestattet, Menschen zu töten, weil sie sich durch die von ihnen geworfenen Steine "gefährdet" fühlen. Insbesondere die Betonung der "gefühlten Gefahr" kann hier nur als ein kaum verdeckter "Feuer frei"-Befehl bezeichnet werden, ist es doch unmöglich, in einem - theoretischen - Verfahren zu widerlegen, daß ein Soldat ein solches "Gefühl" hatte.

Bemerkenswert ist darüber hinaus aber auch Halutz Verweis auf "derzeit im Libanon stationierte Soldaten" des israelischen Militärs. Nicht nur, daß sich - entgegen der äußerst Israel-freundlichen - UN-Resolution 1701 immer noch israelische Soldaten auf libanesischem Staatsgebiet befinden, Halutz bezeichnet diese auch ausdrücklich als dort "stationiert". Es scheint daher zunehmend wenig wahrscheinlich, daß Israel die Forderung nach einem vollständigen Abzug aus dem Libanon tatsächlich erfüllen wird.

Letztlich kann dieser Befehl nur als Freibrief zum Töten von Menschen gedeutet werden, dürfte es doch praktisch unmöglich sein, zu beweisen, daß von dem Opfer nicht eine "gefühlte" Gefahr ausging.





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