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Das afghanische Alamo

Britische Besatzer im Belagerungszustand

30.09.2006  






Im Jahr 1836 hatten sich 145 Texaner angesichts der vorrückenden mexikanischen Armee unter General Antonio López de Santa Anna in die befestigte Mission Alamo zurückgezogen, wo sie daraufhin zwei Wochen lang von dem durch eintreffende Verstärkungen schließlich auf 2.000 Soldaten angewachsenen mexikanischen Heer belagert wurden. Einige wenige texanische Soldaten schafften es in dieser Zeit, zu der Mission vorzudringen, so daß sie schließlich von 189 Männern verteidigt wurde. Bei der am 6. März stattgefundenen Erstürmung der Mission durch das mexikanische Heer wurden alle 189 Texaner und etwa 1.600 Mexikaner getötet.

Die "Standhaftigkeit" der Texaner gegenüber der mexikanischen Übermacht, aber auch die Tatsache, daß die Mission schließlich überrannt und fast alle Menschen darin - mit Ausnahme einiger Sklaven, Frauen und Kindern - getötet wurden, hat sich tief in das Bewußtsein der Menschen der USA eingegraben.

Am Samstag nun veröffentlichte die britische BBC einen Artikel, in dem ein britischer Soldat eine von afghanischen Kämpfern belagerte britische Basis in Südafghanistan als "Alamo" bezeichnete. Diese Formulierung könnte die Lage der Besatzer in Südafghanistan kaum deutlicher machen und kann als deutliche Bestätigung der Prophezeihung mehrerer früherer sowjetischer Generäle angesehen werden. Diese hatten sich kürzlich überzeugt gezeigt, daß die derzeitigen Besatzer in Afghanistan das gleiche Schicksal erleiden werden, wie die Sowjet-Union zwei Jahrzehnte zuvor.

Zeitweise war die Basis im Regierungsbezirk Sangin in der Provinz Helmand so beständig aus allen Richtungen angegriffen worden, daß selbst eine Nachschubversorgung aus der Luft kaum möglich war. Die britischen Soldaten des 3. Fallschirmspringer-Gefechtsverbands waren mehrfach gezwungen, sich von Notfallrationen zu ernähren und gereinigtes Flußwasser zu trinken. Die Basis befand sich zwei Wochen lang unter Belagerungszustand, der erst durch den Einsatz mehrerer hundert Soldaten gebrochen werden konnte.

Selbst die drei Transporthubschrauber des Typs CH-47 "Chinook", die die Ablösung der britischen Soldaten bringen sollten, mußten durch Artilleriefeuer und Kampfhubschrauber des Typs AH-64 "Apache" geschützt werden. Bemerkenswertes Detail hierbei ist die Aussage in dem Bericht, daß sie während ihres Anflugs auch "Flares" - Infrarottäuschkörper - absetzten, was ein eindeutiger Hinweis darauf ist, daß sie auch mit hitzesuchenden Boden-Luft-Raketen angegriffen wurden oder damit zumindest rechneten.

Ein Kommandeur der NATO sprach von "den schwersten Kämpfen seit dem Korea-Krieg".

"Nun, es ist der schlimmste Ort, an dem ich je war", sagte der Stabsgefreite Trevor Coult, dem für seinen Einsatz im Irak ein "Military Cross", ein Orden für ausgezeichneten und verdienstvollen Einsatz beim Kampf an Land, verliehen worden ist. "Es ist schlimmer als Baghdad. Es läßt Baghdad im Vergleich hiermit aussehen, wie einen Spaziergang im Park."

"Tag und Nacht ständige Angriffe mit Panzerfäusten, Schußwaffenfeuer", berichtete der Gefreite Denaiewicz.

Der Abtransport der Soldaten in den drei Hubschraubern wurde ebenfalls durch ein Sperrfeuer mit Mörsern und Artillerie gedeckt. All dies macht deutlich, daß die Besatzer sich dort nur noch in einer reinen Verteidigungsposition befinden und vorrangig um das eigene Überleben kämpfen. Der Vergleich des britischen Soldaten der Basis mit dem texanischen Alamo läßt erahnen, wie dicht die Basis während der Belagerung davor stand, das gleiche Schicksal zu ereilen.





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