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Umverteilung

Das langsame Sterben der Mittelschicht der USA

02.10.2006  






Die Ergebnisse einer am vergangenen Donnerstag vorgestellten Studie des "Center for American Progress" (CAP) belegen eindrucksvoll den anhaltenden Niedergang der Mittelschicht in den USA offensichtlich zugunsten der Oberschicht.

Demnach ist der Anteil der US-Haushalte mit einem Jahreseinkommen zwischen 18.500 und 88.030 US-Dollar die mittleren 60 Prozent der Einkommensverteilung die flüssige Finanzmittel im Wert von mindestens drei Monatseinkommen besitzen, zwischen dem Jahr 2001 und dem Jahr 2004, also innerhalb von nur drei Jahren, von 28,8 auf 18,3 Prozent gesunken. Nicht zuletzt daraus resultiert, daß nur 28,8 Prozent der Haushalte 2004 in der Lage gewesen wären, eine Arbeitslosigkeit finanziell aufzufangen. Drei Jahre zuvor lag ihre Zahl noch bei 39,2 Prozent. Ebenso wären 2004 nur noch 22,3 Prozent der Haushalte fähig gewesen, mit den finanziellen Folgen eines medizinischen Notfalls umzugehen.

Während die Zahl der Haushalte, die im Besitz von kurzfristig flüssigen Mitteln im Gegenwert von nur drei Monatseinkommen waren, innerhalb von drei Jahren um über ein Drittel gesunken sind, sind ihre Ausgaben für ärztliche Versorgung, Unterkunft, Lebensmittel, Haushaltsgegenstände und Autos stark gestiegen. Betrugen die durchschnittlichen Kosten für einen medizinischen Notfall im Jahr 2001 noch 2.832 US-Dollar, so waren es 2004 bereits 3.313 US-Dollar eine Steigerung von 17 Prozent. Im gleichen Zeitraum sanken die durchschnittlichen Haushaltseinkommen inflationsbereinigt von 46.569 auf 45.817 US-Dollar.

Nicht zuletzt infolge dieser Entwicklung stieg die Verschuldung der Haushalte Anfang 2006 auf 126,4 Prozent der verfügbaren Einkommen, was durch die zu zahlenden Zinsen die finanziellen Probleme der Familien weiter verschärft.

Der Anteil der Haushalte der Mittelschicht mit einem insgesamt also beispielsweise durch Immobilienbesitz positiven Vermögen ist innerhalb der drei Jahre von 52 auf 45.9 Prozent zurückgegangen. Dies ist angesichts der auch in diesem Zeitraum stark gestiegenen Immobilienpreise um so bemerkenswerter.

Die Folgen einer unplanmäßigen finanziellen Notlage, beispielsweise durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit, sind nicht schwer zu erahnen, zumal 15,9 Prozent der Menschen im vergangenen Jahr keine Krankenversicherung besaßen. Währenddessen erreicht das Vermögen der "Superreichen" in den USA immer neue Höchststände.





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