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"Anfang einer Krise"

US-Militärs warnen vor Überlastung

06.10.2006  






Die Erkenntnis, daß das US-Militär sich durch die anhaltenden und eskalierenden Kriege gegen den Irak und Afghanistan an seiner Belastungsgrenze befindet, ist sicherlich nicht neu. Bemerkenswert ist aber, wenn dies, wie von Reuters am Donnerstag berichtet, von hochdekorierten US-Militärs unumwunden zugegeben wird.

Schon im Juli 2004, rund eineinhalb Jahre nach Beginn des Krieges gegen den Irak, gab es erste Hinweise auf eine Überlastung des US-Militärs. Schon damals wurde zu nur als verzweifelt zu bezeichnenden Maßnahmen gegriffen, um die gesetzten Ziele bei der Rekrutierung neuer Soldaten zu erreichen. Anfang 2005 war bereits klar, daß die Anwerbebemühungen nicht die erwarteten Erfolge zeigten, was zu immer drastischeren Anwerbeversuchen führte. Dies führte dazu, daß das Höchstalter für Rekruten des US-Militärs schrittweise auf mittlerweile 42 Jahre angehoben wurde. All dies, zusammen mit den Kosten durch beschädigtes und zerstörtes Material, führt zu immer weiter steigenden Kosten.

"Wir sind am Anfang einer Krise, die sollte sie nicht behandelt werden, zum Zerbrechen der Streitkräfte führen wird", sagte der pensionierte US-Oberst Andrew Bacevich, ein Militärexperte der Universität von Boston. "Man müßte äußerst naiv sein, um zu glauben, daß wir den Streitkräften diese Belastung noch viel länger aufbürden können."

Loren Thompson, Analyst für Verteidigung am Lexington Institute, sagte, die US-Marine sei die einzige US-Waffengattung, die sich in "gutem Zustand" befinde. "Die Bodentruppen - das Heer und das Korps der Marineinfanterie - befinden sich in einem sehr heruntergekommenen und mitgenommenen Zustand. Und die Flugzeugflotte der Luftwaffe ist fast archaisch geworden, sie sind so überaltert", sagte er.

Das Brookings Institute stellte kürzlich fest, daß die Zahl der Scheidungen als auch der Selbsttötungen und des Ausscheidens von Offizieren mittleren Ranges ansteigt.

Ein überdeutliches Zeichen für die Überlastung des US-Militärs ist zweifellos die Tatsache, daß Einheiten der US-Luftwaffe und der US-Marine nun mit Aufgaben des Heeres, beispielsweise Lastwagentransporten und der Bewachung von Gefangenen, betraut werden.

Andererseits wäre die logisch erscheinende Schlußfolgerung, daß die USA sich außerstande sähen, einen weitern Krieg zu führen, sicherlich falsch. Vielmehr deuten diese Erkenntnisse darauf hin, daß zumindest versucht würde, einen neuen Krieg allein mit Mitteln der Marine und der Luftwaffe zu führen. Dies deckt sich wiederum präzise mit Berichten, die auf Vorbereitungen für einen Krieg gegen den Iran schließen lassen.



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