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Propagandaprobleme

CNN veröffentlicht Scharfschützen-Video

21.10.2006  






Am Donnerstag veröffentlichte ndex.html der bisher kaum für eine kriegsablehnende Haltung bekannte US-Sender CNN ein Video, das 10 Angriffe irakischer Scharfschützen auf US-Soldaten zeigt, weshalb der Sender derzeit scharf kritisiert wird.

So berichtete beispielsweise die Los Angeles Times am Samstag, daß der Vorsitzende des für das US-Militär zuständigen Komitees des US-Repräsentantenhauses ("House Armed Services Committee"), der republikanische Abgeordnete Duncan Hunter, gesagt hat, CNN, sei hierdurch zu einem "Publizisten für Feindpropaganda" geworden. Außerdem forderte Hunter das Pentagon auf, jegliche in US-Einheiten im Irak "eingebetteten" CNN-Journalisten hinauszuwerfen.

"Ich glaube, Amerikaner glauben gern, daß wir in dieser Sache alle zusammenhalten", so Hunter. "Der durchschnittliche amerikanische Marineinfanterist oder Soldat ist nach dem Ansehen dieses Films zu dem Schluß gekommen, daß CNN nicht auf ihrer Seite ist."

Tony Snow, der Pressesekretär des US-Präsidenten George W. Bush sagte angesichts der Veröffentlichung des Videos durch CNN, die irakischen Widerstandskämpfer versuchten durch dieses Video "den Willen des amerikanischen Volkes zu brechen". Die Empörung der US-Stellen ist um so bemerkenswerter, als CNN sich bereits der freiwilligen Zensur unterzogen hat, jene Teile des Videos nicht zu veröffentlichen, die jeweils den Einschlag der Kugel des Scharfschützen in den US-Soldaten zeigt.

Das Pentagon selbst wollte keinen Kommentar zu dem Video angeben.

Bemerkenswert ist hier sicherlich auch, daß von den US-Politikern von der sonst so beliebten Frage, wie eine Person gestorben sei, abgewichen wird. Es ist nur zu offensichtlich, daß hier verhindert werden soll, daß die Zahl der derartigen Angriffe zum Opfer fallenden US-Soldaten an die Öffentlichkeit dringt. Die Erkenntnis, daß die Besatzer im Irak für irakische Scharfschützen - ebenso wie andersherum ihre US-"Kollegen" - bloße "Zielscheiben" darstellen, dürfte sich letztlich kaum positiv auf die Rekrutierungszahlen des US-Militärs - und damit den Nachschub an Kanonenfutter - auswirken. Auch die immer wieder seitens der US-Regierung der verbreiteten Erfolgsmeldungen wirken angesichts derartiger Videos kaum glaubhafter.



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