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"Es wird einen Jihad geben"

Dunkles Bild der afghanischen Zukunft

16.11.2006  






In einem am Mittwoch auf IslamOnline veröffentlichten Artikel zeichnet der britische und seit über einem Jahr in Afghanistan lebende Journalist Chris Sands ein dunkles Bild der Zukunft Afghanistans.

In Interviews zeigten sich Mitglieder der "afghanischen" Regierung Sands gegenüber überzeugt, daß der derzeitige Widerstand gegen die Besatzung in Afghanistan kaum mehr als ein lauer Vorgeschmack auf das noch kommende ist. Außerdem werde der als sicher aufgefaßten Vertreibung der Besatzer wie schon nach der Vertreibung der sowjetischen Besatzer ein Bürgerkrieg folgen.

"Die Bevölkerung haßt die Regierung, haßt die Amerikaner und haßt deren Freunde weil sie alle Lügner sind", sagte Ahmad Shah Khan Achekzai, ein Abgeordneter im "afghanischen" Parlament für die Provinz Kandahar. "Der Jihad wird bald beginnen, das stimmt. Die Amerikaner und die Koalition kamen nach Afghanistan mittels der Vereinten Nationen, aber wenn sie in die Häuser von Menschen gehen und sie durchsuchen ist das inakzeptabel. Sie handeln gegen den Islam und sie greifen unschuldige Menschen an. Es wird einen Jihad geben, da bin ich 100 Prozent sicher. Es ist gegen unsere Kultur, es ist gegen den Islam - wenn sie in unsere Häuser wollen, brauchen sie eine Erlaubnis."

"Wenn der Jihad beginnt, werde ich mich ihm anschließen - das ist ganz natürlich", so Achekzai.

Mullah Abd al-Salam Rocketi, ein Abgeordneter aus der Provinz Zabul sagte: "Als die Taliban kamen, gab ich ihnen alles, weil ich hoffte, das Land würde sich entwickeln und die Menschen wären sicher. Dann, als die gegenwärtige Regierung kam, gab ich ihnen alles, weil ich glaubte, sie würden das Land verbessern. Aber ich bedauere das. Jetzt ist alles weg; wir haben nichts. Ich bedauere es nicht, weil ich nicht länger ein Taliban bin, sondern weil diese Regierung nicht die Macht hat, das Land zu verbessern. Es wird schlimmer und schlimmer und schlimmer. Ich habe keinerlei Hoffnung. Aber was auch immer jetzt geschieht, die Menschen können sich nicht beschweren. Wenn sie einen Laut machen, wird der örtliche Gouverneur sagen, sie seien Taliban oder Al-Qaida und sie nach Bagram schicken lassen" - wo das größte US-Gefangenenlager in Afghanistan liegt.

"Ich weiß, ich bin sicher, daß bald ein sehr großer Krieg zwischen den Ausländern und der Bevölkerung Afghanistans beginnen wird", fügte er hinzu.

Auch Mohammad Hashem Watanwall, Abgeordneter aus der Provinz Uruzgan, ist dieser Ansicht.

"Es gibt ein großes Feuer unter der Erde. Es ist wie ein Vulkan und bald wird es explodieren", sagte er. "Es wird explodieren, wenn alles so weitergeht wie bisher - die Korruption, die schlechte Sicherheit, die Bombardierung von Zivilisten durch Truppen der Koalition. Bald wird es explodieren und die Menschen werden im Namen von Jihad und Märtyrertum aufstehen, wenn es keine großen Veränderungen gibt. Jetzt im Parlament sagen die Abgeordneten 'Vergessen sie Pakistan und die Taliban, warum sind die Ausländer hier?' - Sie sagen, ein tausendköpfiger Drache sei hier und es seien die ausländischen Armeen. Man stelle sich vor, wenn die Abgeordneten dies an einem öffentlichen Ort sagen, was ein einfacher Mensch in einem Dorf sagt."

"Natürlich werden einige Stämme einander bekämpfen; sie werden sagen Du bist Pashtune, ich bin Tajike, ich bin Tajike, Du bist Hazara, Du bist Shiite, ich bin Pashtune. Der Bürgerkrieg wird aufgrund von Unterschieden der Hautfarbe, Unterschieden der Sprache, Unterschieden der Religion beginnen", so Wattanfall weiter. "Hazaras sagen, sie hätten nicht genügend Sitze in der Regierung, Uzbeken sagen das, Tajiken sagen das, selbst Pashtunen sagen das und sie haben Karzai als Präsidenten. Jetzt ist es ideologisch und mit Worten, aber bald wird es gewalttätig werden. Ich glaube, wenn die internationalen Streitkräfte und die Regierung keine starken Maßnahmen ergreifen, dann könnte es bald beginnen und es könnte so schlimm wie im Irak werden."

"Sie können die Taliban nicht erledigen, indem sie sie töten - das schafft nur mehr Talibane. Wenn sie mich töten wollen, wird mein Bruder aufstehen und kämpfen und meine Cousins werden aufstehen und kämpfen. Töten ist sinnlos. Die Regierung muß Verhandlungen mit den Taliban führen und die Verhandlungen müssen dem Gesetz entsprechen", so Rocketi.

Sollten sich diese Prophezeiungen bewahrheiten, so würde der US-geführte Angriffskrieg gegen Afghanistan und seine vorgebliche "Befreiung" das Land letztlich nur in das gleiche Chaos stürzen, in dem es sich schon nach dem Ende der sowjetischen Besatzung befand.





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